
Wetter Februar 2026: Was kommt da auf uns zu?
Die atmosphärische Ausgangslage: Der Polarwirbel am Scheideweg
Die meteorologische Situation am Übergang zum Februar 2026 ist von einer außergewöhnlichen Labilität geprägt, die in ihrer Komplexität weit über die üblichen winterlichen Schwankungen hinausgeht. Im Zentrum der wissenschaftlichen Analyse steht der Zustand des Stratosphärenwirbels, eines großräumigen Tiefdrucksystems, das in etwa 10 bis 50 Kilometern Höhe über der Arktis rotiert und als primärer Taktgeber für die Witterung der mittleren Breiten fungiert.1 Die aktuellen Datenreihen von Ende Januar 2026 signalisieren eine fundamentale Störung dieses Systems, die als „Major Warming“ (plötzliche Stratosphärenerwärmung) klassifiziert wird.2
Dieses Phänomen induziert eine dramatische Umkehrung der zonalen Windsysteme. Während die westlichen Winde in der Stratosphäre normalerweise Geschwindigkeiten von über 90 km/h erreichen, deuten die aktuellen Berechnungen auf einen Einbruch auf lediglich +7,2 km/h und in den Hauptläufen der Modelle sogar auf eine vollständige Windumkehr mit Werten von bis zu -64 km/h hin.2 Eine solche Umkehrung der Windrichtung hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Troposphäre, da sie die Kopplungssperre zwischen den atmosphärischen Schichten aufhebt und den Weg für massive Kaltluftausbrüche aus polaren Regionen nach Mitteleuropa ebnet.1
Die Schwäche des Polarwirbels wird zusätzlich durch die Phase der Quasi-biennalen Oszillation (QBO) verstärkt, die sich derzeit in einer ausgeprägten Ost-Phase befindet.2 Diese Konstellation begünstigt statistisch gesehen die Wellenbildung in der Atmosphäre (Rossby-Wellen), was zu einer Meridionalisierung der Strömungsmuster führt – weg von der milden Westwinddrift hin zu extremen Nord-Süd- oder Ost-West-Wetterlagen.1 Für den Februar 2026 bedeutet dies, dass die Wahrscheinlichkeit für eine stabile, milde Witterung zugunsten hochvolatiler und potenziell extremer Szenarien gesunken ist.
Vergleichende Analyse der numerischen Wettervorhersagemodelle
Die Prognose für den Februar 2026 stützt sich auf die Auswertung der beiden weltweit führenden Vorhersagesysteme: das europäische ECMWF (Integrated Forecasting System) und das amerikanische CFSv2 (Climate Forecast System) der NOAA. Beide Modelle zeigen für den betrachteten Zeitraum signifikante Diskrepanzen, was die Komplexität der aktuellen atmosphärischen Kopplungsprozesse unterstreicht.
Das europäische Modell (ECMWF SEAS5)
Die saisonale Prognose des europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) zeichnet ein Bild der moderaten Erwärmung gegenüber den historischen Referenzwerten, zeigt jedoch eine auffällige regionale Differenzierung. Auf Monatsbasis wird eine positive Temperaturanomalie von +0,5 bis +1,5 Grad Celsius gegenüber dem Zeitraum 1961-1990 berechnet.4 Im Vergleich zur aktuelleren Referenzperiode 1991-2020 stuft das Modell den Februar jedoch als neutral bis nur leicht zu warm ein.4
Besonders relevant für die Energieplanung ist die Vorhersage einer regionalen Zweiteilung: Während für Norddeutschland überdurchschnittlich milde Werte prognostiziert werden, verbleibt der Süden des Landes im Bereich des langjährigen Mittels.5 Das ECMWF-Modell integriert die stratosphärischen Signale des Polarwirbelsplits tendenziell besser als das amerikanische Pendant und lässt daher ausdrücklich Raum für hochwinterliche Episoden in der ersten Monatshälfte, auch wenn das Monatsmittel insgesamt leicht positiv ausfällt.4
Das amerikanische Modell (NOAA CFSv2)
Im Kontrast dazu zeigt das amerikanische CFSv2-Modell eine deutlich progressivere Milderung. Es berechnet für den gesamten deutschen Raum eine Abweichung von +1,5 bis +3,0 Grad Celsius über dem Durchschnitt.4 Auch hinsichtlich des Niederschlags prognostiziert das CFSv2 leicht erhöhte Werte, insbesondere für den Nordwesten und den äußersten Süden Deutschlands.5
Meteorologische Analysten bewerten diese CFS-Prognose jedoch mit Vorsicht. Das Modell ist in Fachkreisen für seine „Westwind-Bias“ bekannt – eine systemische Neigung, die Regenerationsfähigkeit der milden Atlantikströmung zu überschätzen und die blockierende Wirkung von Hochdruckgebieten im hohen Norden zu unterschätzen.4 In Anbetracht des massiven Stratosphären-Events Ende Januar erscheint die progressive Wärme-Prognose der NOAA als statistisch weniger wahrscheinlich, da sie die nachgewiesene Schwäche des Polarwirbels nicht in vollem Umfang in die troposphärische Zirkulation übersetzt.2
| Modell | Temperaturprognose (Anomalie) | Niederschlagstrend | Vertrauensindex |
| ECMWF (EU) | +0,5 bis +1,5 °C (Norden milder als Süden) | Normalbereich | Mittel-Hoch (gute Stratosphären-Kopplung) |
| NOAA CFSv2 (US) | +1,5 bis +3,0 °C (landesweit zu warm) | Leicht erhöht | Niedrig-Mittel (neigt zur Westwind-Bias) |
| DWD Saisonal | Neutral bis leicht zu warm | Normalbereich | Mittel |
Datenquelle: 2
Chronologischer Fahrplan: Die prognostizierte Entwicklung im Februar 2026
Die zeitliche Abfolge des Februars 2026 lässt sich aufgrund der aktuellen Modellläufe in spezifische Phasen unterteilen, wobei die Unsicherheit mit zunehmender Vorhersagedauer naturgemäß ansteigt.
Erste Februardekade: Die Phase der Konsolidierung (01.02. – 10.02.2026)
In den ersten Februartagen dominiert voraussichtlich eine nasskalte Witterung. Die Temperaturen bewegen sich tagsüber zwischen +2 und +8 Grad Celsius, während nachts bei Aufklaren leichter Frost auftreten kann.4 Ein entscheidendes Merkmal dieser Phase ist der Kampf der Luftmassen über Mitteleuropa. Während der Luftdruck über Skandinavien steigt, beginnt der Wind allmählich auf östliche Komponenten zu drehen.4
Die für den Januar konstatierte Grenzwetterlage verschärft sich in dieser Phase weiter. Entlang einer Linie zwischen Münster und Dresden drohen turbulente Bedingungen mit einem Wechsel aus Schnee, Schneeregen und gefrierendem Regen.2 Nördlich dieser Linie etablieren sich winterliche Verhältnisse mit Werten zwischen -2 und +2 Grad, während der Süden unter dem Einfluss milder, feuchter Luftmassen aus dem Südwesten verbleibt.2
Zweite Februardekade: Die kritische Entscheidung (11.02. – 20.02.2026)
Diese Periode gilt als das meteorologische Kernstück des Monats. Es ist der Zeitraum, in dem die Auswirkungen des Stratosphären-Warmings ihre maximale Wirkung in der unteren Atmosphäre entfalten.1 Statistisch gesehen liegt hier die höchste Wahrscheinlichkeit für den kältesten Abschnitt des gesamten Winters.
Modellanalysen deuten auf die Etablierung eines „High-Over-Low“-Blockings hin – ein mächtiges Hochdruckgebiet im Norden (Grönland/Skandinavien) und Tiefdrucksysteme über dem Mittelmeerraum.4 In dieser Konstellation steigt die Wahrscheinlichkeit für Schneefall bis in tiefere Lagen auf über 50 %.4 Es entscheidet sich in diesen Tagen, ob Deutschland im „Eisschrank“ verbleibt oder ob eine Milderung einsetzt. Bei einem stabilen Blocking sind Tageshöchstwerte von -5 Grad und Nachttemperaturen von unter -15 Grad über Schneeflächen ein realistisches Szenario.1
Dritte Februardekade: Spätwinterliche Zähigkeit (21.02. – 28.02.2026)
Gegen Ende des Monats nimmt die Strahlungsintensität der Sonne spürbar zu, was die Ausbildung einer Singularität begünstigt, die als „Spätwinter“ bekannt ist.7 Selbst wenn die Luftmassen in der Höhe allmählich milder werden, können die Nächte aufgrund der starken Ausstrahlung extrem kalt bleiben, was den Charakter eines „Märzwinters“ vermittelt.4 Ein besonderes Risiko in dieser Phase stellt ein plötzliches Tauwetter dar. Sollten milde atlantische Luftmassen auf eine vorhandene Schneedecke in den Mittelgebirgen treffen und gleichzeitig starke Regenfälle bringen, besteht eine akute Hochwassergefahr.1
Szenarienbasierte Prognose: Drei Wege durch den Februar
Um der hohen Unsicherheit gerecht zu werden, wurde die Prognose in drei Szenarien unterteilt, die jeweils unterschiedliche atmosphärische Konfigurationen widerspiegeln.
Szenario A: Der „Arktische Konter“ (Wahrscheinlichkeit: 35 %)
Dieses Szenario basiert auf einem vollständigen Polarwirbelsplit, bei dem ein Tochterwirbel über Eurasien stationär wird.
- Meteorologische Dynamik: Ein Blockadehoch über Grönland und Skandinavien schneidet die atlantische Frontalzone vollständig ab. Es etabliert sich eine direkte Zufuhr arktischer oder sibirischer Kaltluft.1
- Witterung: Landesweit herrscht Dauerfrost. Die Temperaturen sinken nachts verbreitet auf -15 bis -20 Grad Celsius.1 Aufgrund der trockenen kontinentalen Luft ist die Niederschlagsneigung gering („Kahlfrost“), jedoch kommt es an den Küsten durch den Lake-Effect zu lokalen, intensiven Schneeschauern.1
- Implikationen: Massive Heizkostenbelastung, Einfrieren von Wasserleitungen und erhebliche logistische Herausforderungen durch Glätte und Kälte.4
Szenario B: Die „Grenzwetterlage“ (Wahrscheinlichkeit: 40 %)
In diesem Szenario bleibt der Polarwirbel instabil, aber der Atlantik ist aktiv genug, um gegen die Kaltluft anzukämpfen.
- Meteorologische Dynamik: Deutschland wird zum Schlachtfeld zweier gegensätzlicher Luftmassen. Ein stationäres Tief über Mitteleuropa führt auf seiner Rückseite kalte Luft in den Norden und auf seiner Vorderseite warme Luft in den Süden.2
- Witterung: Es entstehen extreme Temperaturgegensätze auf engstem Raum. Während Flensburg bei -5 Grad im Schnee versinkt, meldet Freiburg +12 Grad und Dauerregen.2 Im Übergangsbereich drohen verheerende Eisregen-Ereignisse.2
- Implikationen: Hohe Unsicherheit in der lokalen Vorhersage, Gefahr von Verkehrschaos durch massive Glätte und wechselnde Schneefallgrenzen.2
Szenario C: Der „Atlantische Durchbruch“ (Wahrscheinlichkeit: 25 %)
Hier regeneriert sich der Polarwirbel schneller als erwartet, oder die stratosphärische Störung bleibt ohne nennenswerten Einfluss auf die bodennahen Schichten.
- Meteorologische Dynamik: Die zonale Westwinddrift setzt sich durch. Tiefdruckgebiete vom Atlantik führen milde und feuchte Luftmassen heran.1
- Witterung: Vorfrühlingshafte Bedingungen mit Temperaturen zwischen +10 und +18 Grad Celsius.4 Es ist oft windig bis stürmisch und sehr niederschlagsreich.1
- Implikationen: Entspannung am Energiemarkt, aber Risiko von Sturmschäden und Winterhochwasser in den Mittelgebirgen.1
Historischer Vergleich: Einordnung in den klimatischen Kontext
Der Februar ist statistisch gesehen nicht der kälteste Monat in Deutschland – dieser Titel gebührt dem Januar –, aber er ist der Monat mit der höchsten Variabilität und den oft trockensten Bedingungen.5 Mit einer mittleren Niederschlagssumme von lediglich 49 Litern pro Quadratmeter markiert er den Jahrestiefpunkt.5
Die Extreme der Vergangenheit
Ein Vergleich mit historischen Daten verdeutlicht, welche Spannbreite im Februar möglich ist. Der Februar 1956 gilt als Paradebeispiel für eine extreme Kältewelle mit einer Durchschnittstemperatur von -9,6 Grad Celsius – ein Wert, der etwa 10 Grad unter dem langjährigen Mittel liegt.8 In dieser Phase froren fast alle großen Flüsse in Deutschland vollständig zu.8
In der jüngeren Vergangenheit markiert der Februar 2012 die letzte signifikante Kältewelle mit einem Monatsmittel von -2,5 Grad Celsius.7 Auf der gegenüberliegenden Seite steht der Februar 2024, der mit einer Mitteltemperatur von 6,6 Grad Celsius (+6,2 Grad über dem Mittel) als wärmster Februar seit Beginn der Aufzeichnungen 1881 in die Geschichte einging.7
| Jahr | Monatsmittel (°C) | Abweichung (zu 1961-1990) | Besonderheiten |
| 1956 | -9,6 | -10,0 | Rekordkälte, zugefrorene Flüsse |
| 1929 | -9,6 | -10,0 | Gleichauf mit 1956 als kältester Monat |
| 2010 | -0,6 | -1,0 | Deutlich zu kalt |
| 2012 | -2,6 | -3,0 | Letzter “echter” Eiswinter-Monat |
| 2021 | +1,8 | +1,4 | Kurze extreme Kältewelle (-20°C), dann sehr mild |
| 2024 | +6,6 | +6,2 | Allzeitrekord Wärme |
| 2025 | +1,4 | +1,0 | Leicht zu mild |
Datenquelle: 5
Energieversorgung unter Stress: Die Bedeutung eines kalten Februars
Die energetische Sicherheit Deutschlands im Februar 2026 ist untrennbar mit der meteorologischen Entwicklung verknüpft. Die Ausgangslage Ende Januar ist bereits als „angespannt“ einzustufen, da die Füllstände der Gasspeicher deutlich unter den Werten der Vorjahre liegen.10
Status Quo der Gasspeicher
Zum Stichtag 29. Januar 2026 wird der Füllstand der deutschen Gasspeicher mit etwa 35 bis 37 Prozent angegeben.10 Dies stellt eine „strukturelle Schwäche“ der diesjährigen Wintervorsorge dar, da Deutschland am 1. November 2025 nur mit einem Füllstand von etwa 75 % in die Heizperiode gestartet ist – ein Defizit von 20 Prozentpunkten gegenüber den üblichen 95 %.14 Das gesetzliche Mindestziel von 40 % für den 1. Februar wurde somit bereits im Vorfeld knapp verfehlt.13
Die Gründe für diesen niedrigen Ausgangswert sind vielfältig:
- Ein erhöhter Gasverbrauch in der Stromerzeugung im Sommer/Herbst 2025 aufgrund schwacher Windeinspeisung („Gas-to-Power“).14
- Geringere Importe aus dem EU-Binnenmarkt.14
- Fehlende ökonomische Anreize für Marktakteure, Gas bei niedrigen Preisdifferenzen zwischen Sommer und Winter einzuspeichern.14
Das Risiko der Gasmangellage
Sollte Szenario A (Arktischer Konter) eintreten, droht eine rasche Entleerung der Speicher. Bei täglichen Entnahmeraten von über 1,2 Prozentpunkten – wie sie in extremen Kältephasen üblich sind – verliert das System alle zehn Tage rund 12 % seines Volumens.14
Ein kritisches Problem stellt dabei die physikalische Ausspeiseleistung dar. Mit sinkendem Füllgrad sinkt der Druck in den Speichern. Ein Porenspeicher, der nur noch zu 20 % gefüllt ist, kann das Gas nur noch sehr langsam an die Oberfläche fördern.11 In einer akuten Kältewelle im Februar könnte dies zu einem Leistungsengpass führen, selbst wenn rechnerisch noch Gas vorhanden ist.14 Die „Kill-Chain“ für eine Gasmangellage (Notfallstufe) besteht aus der Kombination von extremem Frost, Speicherständen unter 20 % und einem gleichzeitigen technischen Ausfall der Importinfrastruktur.14
Preisbildung und Marktdynamik
Trotz der niedrigen Speicherstände reagieren die Terminkurse (Lieferung in der Zukunft) bislang moderat, da das massiv gestiegene weltweite LNG-Angebot beruhigend wirkt.16 Ein kalter Februar würde jedoch primär den Spotmarkt (kurzfristige Lieferung) unter Druck setzen.
- Erdgaspreise: Am Terminmarkt wird THE für 2027 aktuell bei etwa 26,50 €/MWh gehandelt.16 Bei einem Kälteeinbruch im Februar stiegen die Kurse für den Frontmonat bereits von 28 €/MWh auf über 31 €/MWh.16 Im Falle einer physischen Knappheit ist mit einer Explosion der Spotmarktpreise zu rechnen, was insbesondere Kunden mit dynamischen Tarifen unmittelbar treffen würde.1
- Strompreise und Dunkelflaute: Der Februar ist statistisch anfällig für sogenannte „Dunkelflauten“ – Zeiten ohne nennenswerte Wind- und Solareinspeisung.17 Da Gaskraftwerke in diesen Phasen die Residuallast decken müssen, bestimmt der Gaspreis über das Merit-Order-Prinzip den Strompreis.18 Während einer Dunkelflaute im Dezember 2024 stiegen die Strompreise an der Börse bereits auf Rekordwerte von über 900 Euro pro Megawattstunde.18 Ein frostiger Februar 2026 könnte ähnliche Spitzen provozieren.
| Energieträger | Aktueller Preis (ca.) | Szenario „Kalter Februar“ | Ursache |
| Erdgas (Spot) | 31 €/MWh | > 100 €/MWh | Speicherleere / Hohe Nachfrage |
| Strom (Börse) | 90 €/MWh | > 500 €/MWh | Dunkelflaute / Merit-Order |
| Haushalt (Gas) | 12,13 ct/kWh | Steigend (verzögert) | Beschaffungskosten |
| Haushalt (Strom) | 39,92 ct/kWh | Stabil (bei Festpreis) | Umlage hoher Spotkosten |
Datenquelle: 16
Sozio-ökonomische Implikationen
Ein kalter Februar 2026 hätte über die reine Energiepreisthematik hinausgehende Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft.
Industrie und Gewerbe
Energieintensive Industrien (z. B. Chemie, Metallerzeugung) sind besonders vulnerabel gegenüber Preisspitzen am Spotmarkt. In der Vergangenheit führten hohe Gaspreise bereits zu Produktionsdrosselungen, wie etwa bei Stickstoffwerken.20 Sollte die Bundesnetzagentur die Notfallstufe ausrufen müssen, würde der Bundeslastverteiler Abschaltungen koordinieren, wobei die Industrie als erste Gruppe betroffen wäre, um geschützte Kunden (Haushalte, Krankenhäuser) zu priorisieren.11
Private Haushalte
Für den Endverbraucher bedeutet ein kalter Februar primär eine finanzielle Belastung. Da etwa 51 Prozent der Haushalte mit Gas heizen, reagiert ein Großteil der Bevölkerung unmittelbar auf die Temperaturentwicklung.21 Während Kunden mit Festpreisverträgen vor kurzfristigen Börsenspitzen geschützt sind, führt eine allgemeine Erhöhung der Beschaffungskosten mittelfristig zu steigenden Abschlägen.18
Zusammenfassung und Ausblick
Der Februar 2026 präsentiert sich als ein Monat von strategischer Bedeutung für die deutsche Winterbilanz. Die atmosphärischen Vorzeichen – geprägt durch den Polarwirbelsplit und das Major Warming – deuten mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 75 % auf einen Verlauf hin, der entweder durch eine extreme Grenzwetterlage (40 %) oder einen massiven arktischen Kälteeinbruch (35 %) gekennzeichnet ist.2 Lediglich in 25 % der Modellrechnungen setzt sich die milde Westwinddrift nachhaltig durch.4
Die energetische Infrastruktur Deutschlands begeht diesen kritischen Zeitraum mit einem deutlich reduzierten Puffer. Die niedrigen Speicherstände von ca. 35 % Ende Januar lassen keinen Spielraum für meteorologische Fehlkalkulationen.10 Während eine physische Gasmangellage für Haushalte unwahrscheinlich bleibt, sofern die Importinfrastruktur fehlerfrei arbeitet, ist das Risiko für ökonomische Verwerfungen durch Preisspitzen am Spotmarkt real.14
Für Entscheidungsträger und Laien gleichermaßen gilt: Die kommenden Wochen erfordern erhöhte Wachsamkeit. Der Februar 2026 wird zeigen, wie resilient das deutsche Energiesystem gegenüber den Unwägbarkeiten einer gestörten atmosphärischen Zirkulation in Zeiten des Klimawandels tatsächlich ist. Die Kombination aus historisch niedrigen Speicherständen und einem potenziell „historisch negativen“ AO-Index schafft eine Situation, die in der jüngeren Geschichte ohne unmittelbares Beispiel ist.22
Referenzen
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- Wetteranalyse: Polarwirbel kollabiert – wie ein Major-Warming das …, Zugriff am Januar 29, 2026, https://www.wetterprognose-wettervorhersage.de/meldungen/13337-wetteranalyse-polarwirbel-kollabiert-wie-ein-major-warming-das-wetter-auf-den-kopf-stellen-kann.html
- Frühlings- oder Winterwetter bis Februar – Schwacher Polarwirbel kippt die Großwetterlage, Zugriff am Januar 29, 2026, https://hausarztpraxisbachmatheushoeller.de/motori
- Nächster Wintereinbruch: Wann kommt der Winter 2026 zurück?, Zugriff am Januar 29, 2026, https://www.martinkaessler.com/naechster-wintereinbruch-wann-kommt-schnee/
- Wetter Februar 2026: So wird der letzte Wintermonat, Zugriff am Januar 29, 2026, https://www.wetter.com/magazin/wetter-februar-2026-so-wird-der-letzte-wintermonat_aid_5c0fcbb6a5b4b960211edc6a.html
- Wetterprognose: Blockadehoch, gestörte Zirkulation und der Zusammenbruch des Polarwirbels, Zugriff am Januar 29, 2026, https://www.wetterprognose-wettervorhersage.de/wetter-jahreszeiten/winter/wetter-winter-2025-2026/13343-wetterprognose-blockadehoch-gestoerte-zirkulation-und-der-zusammenbruch-des-polarwirbels.html
- Wetter Februar 2026: So wird der letzte Wintermonat, Zugriff am Januar 29, 2026, https://www.wetter.com/magazin/wetterprognose-und-vorhersage-februar_aid_5c0fcbb6a5b4b960211edc6a.html
- Wetter und Klima – Deutscher Wetterdienst – Thema des Tages …, Zugriff am Januar 29, 2026, https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2026/1/25.html
- Witterungsverlauf Februar 2024 – Wetterstation Balingen-Heselwangen, Zugriff am Januar 29, 2026, https://wetterstation.balingen.de/wetter/wi_24_02.htm
- Energieversorgung – Bundesnetzagentur sieht Gasversorgung trotz besonders niedriger Füllstände als gesichert an – Deutschlandfunk, Zugriff am Januar 29, 2026, https://www.deutschlandfunk.de/bundesnetzagentur-sieht-gasversorgung-trotz-besonders-niedriger-fuellstaende-als-gesichert-an-104.html
- Gasspeicher Deutschland aktuell finden: Speicherstände, AGSI+ & Bundesnetzagentur erklärt – Drohnen.de, Zugriff am Januar 29, 2026, https://www.drohnen.de/77851/gasspeicher-deutschland-aktuell-finden-speicherstaende-agsi-bundesnetzagentur-erklaert/
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- Aktuelle Lage der Gasversorgung, Zugriff am Januar 29, 2026, https://gas-h2.de/energie-gas/lage-gasmarkt/
- Gasspeicher Deutschland 2026: Wann droht eine Mangellage?, Zugriff am Januar 29, 2026, https://www.martinkaessler.com/gasspeicher-deutschland-2026-prognose/
- INES-Gas-Szenarien: Winterausblick zeigt Risiken – Speicherbefüllung vor dem Winter auf niedrigem Niveau – Initiative Energien Speichern, Zugriff am Januar 29, 2026, https://energien-speichern.de/wp-content/uploads/2025/11/Presse-Statement_November-Update.pdf
- Energiemarkt-Kommentar: Gasvorräte auf Tiefstand – Marktlage …, Zugriff am Januar 29, 2026, https://www.ispex.de/energiemarkt-kommentar-01-2026-gasvorraete-auf-tiefstand-marktlage-bleibt-entspannt/
- Die Auswirkung der Dunkelflaute auf die deutsche Energiewende – Deutschlandfunk, Zugriff am Januar 29, 2026, https://www.deutschlandfunk.de/dunkelflaute-erneuerbare-energien-kohleausstieg-100.html
- Dunkelflaute: Risiken & Lösungen für Unternehmen – ecoplanet, Zugriff am Januar 29, 2026, https://www.ecoplanet.tech/ressourcen/blog/dunkelflaute
- Erdgas- und Stromdurchschnittspreise – Statistisches Bundesamt, Zugriff am Januar 29, 2026, https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Erdgas-Strom-DurchschnittsPreise/_inhalt.html
- EEX-CEO Reitz erwartet 2026 fallende Erdgaspreise – Table.Briefings, Zugriff am Januar 29, 2026, https://table.media/ceo/news/eex-ceo-reitz-erwartet-2026-fallende-erdgaspreise
- Droht Deutschland der Blackout? Gasspeicher auf kritischem Niveau – Kettner Edelmetalle, Zugriff am Januar 29, 2026, https://www.kettner-edelmetalle.de/news/droht-deutschland-der-blackout-gasspeicher-auf-kritischem-niveau-25-01-2026
- Historic -AO, Strengthening -NAO, Cold Pattern Expands in February for U.S., Zugriff am Januar 29, 2026, https://climateimpactcompany.com/daily-feature-historic-ao-strengthening-nao-cold-pattern-does-not-break-instead-expect-expansion-in-february-2/
- INES-Gas-Szenarien: Mildere Witterung entschärft Lage …, Zugriff am Januar 29, 2026, https://energien-speichern.de/ines-gas-szenarien-mildere-witterung-entschaerft-lage-strukturelle-risiken-bleiben-bestehen/
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