
Sony IMX Starvis Sensoren: Der Goldstandard in der Astrofotografie
1. Einleitung: Der Paradigmenwechsel in der Astrofotografie
Die Astrofotografie durchläuft derzeit eine der tiefgreifendsten Transformationen ihrer Geschichte. Über Jahrzehnte hinweg galt der CCD-Sensor (Charge-Coupled Device) als das unangefochtene Maß aller Dinge für die wissenschaftliche und amateurastronomische Bildgewinnung. CCDs boten eine hohe Lichtempfindlichkeit und einen globalen Verschluss, waren jedoch in der Herstellung teuer, energiehungrig und langsam beim Auslesen der Daten.
In den letzten zehn Jahren hat sich das Blatt jedoch gewendet. Die CMOS-Technologie (Complementary Metal-Oxide-Semiconductor), lange Zeit als “rauschig” und qualitativ minderwertig verschrien, hat durch massive Investitionen aus dem Smartphone– und Sicherheitssektor aufgeholt und schließlich die CCD-Technik überholt. Im Zentrum dieser Revolution steht ein japanischer Gigant: Sony Semiconductor Solutions.
Insbesondere die Einführung der STARVIS™-Technologie markierte einen Wendepunkt. Ursprünglich für Überwachungskameras entwickelt, um auch in dunkelsten Nächten („Starlight Visibility“) noch brauchbare Farbbilder zu liefern, erwiesen sich diese Sensoren als perfekt geeignet für die extremen Anforderungen der Astrofotografie. Die Fähigkeit, einzelne Photonen mit minimalem elektronischem Rauschen zu erfassen, hat nicht nur die professionelle Astronomie verändert, sondern auch Hobbys wie die „Electronically Assisted Astronomy“ (EAA) und die Planetenfotografie demokratisiert.
Dieser Bericht bietet eine umfassende Analyse des Sony IMX Starvis Ökosystems im Kontext der Astrofotografie. Wir werden die technologische Evolution von der ersten Exmor-Generation bis zur aktuellen Starvis 2 Serie beleuchten, jeden relevanten Sensor im Detail analysieren und untersuchen, in welchen Kameras und Smart-Teleskopen diese verbaut sind. Dabei wird besonderer Wert darauf gelegt, komplexe physikalische Zusammenhänge in einer auch für Laien verständlichen Sprache zu erklären, ohne die für Experten notwendige Tiefe zu opfern.
2. Technologische Grundlagen: Was macht einen Sensor “astrotauglich”?
Bevor wir uns den spezifischen Sensormodellen zuwenden, ist es unerlässlich, die technologischen Grundlagen zu verstehen, die Sony an die Spitze des Marktes katapultiert haben.
2.1 Von FSI zu BSI: Die Architektur des Lichts
In der Frühzeit der Digitalfotografie nutzten die meisten Sensoren eine sogenannte Front-Side Illumination (FSI). Man kann sich einen solchen Sensor wie ein mehrstöckiges Gebäude vorstellen:
- Das Erdgeschoss ist die lichtempfindliche Schicht (die Photodiode), die das Licht in Strom umwandelt.
- Die oberen Stockwerke bestehen aus Verdrahtungen und Transistoren, die den Strom transportieren.
- Das Dach ist die Mikrolinse, die das Licht bündelt.
Das Problem bei FSI war, dass das Licht erst durch das “Gestrüpp” der Verdrahtung in den oberen Stockwerken hindurch musste, bevor es die Photodiode erreichte. Ein Teil des Lichts wurde dabei reflektiert oder absorbiert – es ging verloren. Für eine Überwachungskamera bei Tageslicht war dies irrelevant, für die Fotografie einer lichtschwachen Galaxie jedoch katastrophal.
Sony führte mit der Exmor R™ Technologie die Back-Side Illumination (BSI) ein. Hierbei wird der Silizium-Wafer während der Produktion buchstäblich umgedreht und von der Rückseite her extrem dünn geschliffen.
- Das Licht trifft nun direkt auf die Photodiode (“das Erdgeschoss”), ohne durch die Verdrahtung behindert zu werden.
- Die Verdrahtung liegt nun unter der lichtempfindlichen Schicht.1
Diese Architekturänderung steigerte die sogenannte Quanteneffizienz (QE) – also den Prozentsatz der Photonen, die tatsächlich in Elektronen umgewandelt werden – von typischen 40-50% bei FSI auf 80-91% bei modernen BSI-Sensoren. Für den Astrofotografen bedeutet dies: Das gleiche Bild benötigt fast nur noch die halbe Belichtungszeit.2
2.2 Die Definition von STARVIS
Sony verwendet den Markennamen STARVIS für eine spezifische Untergruppe seiner BSI-Sensoren, die für den Sicherheitsmarkt (Security) optimiert sind. Die offizielle Definition besagt, dass ein Starvis-Sensor eine Empfindlichkeit von 2000 mV oder mehr pro 1 µm² Pixelgröße aufweisen muss (gemessen bei einem Farbprodukt mit einer 706 cd/m² Lichtquelle, Blende F5.6 und 1 Sekunde Belichtungszeit).3
Diese Definition mag abstrakt klingen, impliziert aber für den Anwender zwei Dinge:
- Extreme Empfindlichkeit: Der Sensor “sieht” mehr im Dunkeln als das menschliche Auge.
- Breites Spektrum: Starvis-Sensoren sind so optimiert, dass sie nicht nur sichtbares Licht, sondern auch nahes Infrarotlicht (NIR) sehr effizient erfassen. Dies ist in der Überwachungstechnik wichtig, um bei Nacht mit Infrarot-Scheinwerfern zu arbeiten, und in der Astrofotografie entscheidend für die Aufnahme von Objekten, die im roten Spektralbereich strahlen (wie Emissionsnebel).1
2.3 Das Rauschen: Read Noise und Amp Glow
In der Astrofotografie kämpfen wir nicht nur um jedes Photon (Signal), sondern auch gegen das Rauschen (Noise). Sony Starvis Sensoren zeichnen sich durch extrem niedriges Ausleserauschen (Read Noise) aus.
- Ausleserauschen: Dies ist das Rauschen, das die Elektronik beim Auslesen des Pixels hinzufügt. Ältere CCDs hatten oft 5-10 Elektronen Rauschen. Moderne Starvis-Sensoren liegen oft unter 1 Elektron (z.B. 0.7e-). Das bedeutet, dass selbst extrem schwache Signale, die nur wenige Photonen stark sind, nicht im Grundrauschen der Kamera untergehen.
Ein historisches Problem der CMOS-Sensoren war das Verstärkerglühen (Amp Glow). Da auf einem CMOS-Chip viele Verstärkerschaltkreise direkt neben den Pixeln liegen, gaben diese im Betrieb Wärme und Infrarotstrahlung ab. Dies zeigte sich auf lang belichteten Astrofotos als heller Stern am Bildrand oder als strahlenförmiges Muster.
- Starvis 1: Viele Sensoren dieser Generation (z.B. IMX290, IMX178, IMX224) zeigten deutliches Amp Glow. Astrofotografen mussten dies mühsam durch die Aufnahme von “Darkframes” (Dunkelbildern) herausrechnen.
- Starvis 2 & neuere Exmor R: Sony hat Schaltungen und Designs so optimiert, dass dieses Glühen bei den meisten neuen Sensoren (z.B. IMX533, IMX585, IMX662) vollständig eliminiert wurde (“Zero Amp Glow”). Dies stellt eine enorme Erleichterung für Einsteiger dar.45
3. Sony IMX Starvis Sensoren: Der Generationswechsel: Starvis 1 vs. Starvis 2
Die Einführung der zweiten Starvis-Generation markiert einen weiteren Meilenstein, der weit über eine bloße Marketing-Nummer hinausgeht. Die Unterschiede sind physikalischer Natur und haben direkte Auswirkungen auf die Bildqualität.
3.1 Starvis 1: Der Durchbruch
Die erste Generation (z.B. IMX290, IMX462) brachte die BSI-Vorteile in den Massenmarkt. Sie zeichnete sich durch hohe Empfindlichkeit und niedrigen Preis aus. Allerdings gab es Einschränkungen:
- Geringe Full Well Capacity (FWC): Die “Lichteimer” (Pixel) waren schnell voll. Ein heller Stern war sofort weiß gesättigt (ausgebrannt), während der schwache Nebel daneben noch kaum sichtbar war.
- Dynamikumfang: Begrenzt durch die kleine FWC (oft nur 10-12 Bit effektiv).
3.2 Starvis 2: Die Perfektionierung
Mit Starvis 2 adressierte Sony genau diese Schwachstellen und fügte neue Fähigkeiten hinzu 676:
- Massiv erhöhte Full Well Capacity: Durch eine optimierte vertikale Struktur der Photodiode können die Pixel nun wesentlich mehr Elektronen speichern, bevor sie “überlaufen”.
- Vergleich: Ein IMX485 (Starvis 1, 2.9µm Pixel) hat eine FWC von ca. 13.000 Elektronen. Der Nachfolger IMX585 (Starvis 2, gleiche Pixelgröße) erreicht bis zu 40.000-50.000 Elektronen. Das ist eine Verdreifachung des Dynamikumfangs! Helle Sterne bleiben farbig und brennen nicht aus, während man lange belichtet.8
- Verbesserte NIR-Empfindlichkeit: In normalen Siliziumchips dringt rotes und infrarotes Licht sehr tief ein und geht oft verloren oder streut in Nachbarpixel (Crosstalk). Starvis 2 nutzt eine spezielle Struktur auf der Oberfläche der Photodiode (eine Art mikroskopische Pyramidenstruktur), die das Infrarotlicht bricht und den Weg durch das Silizium verlängert, sodass es besser absorbiert wird. Dies steigert die Empfindlichkeit im nahen Infrarot drastisch.1
- Clear HDR: Diese Funktion erlaubt es dem Sensor, zwei Bilder mit unterschiedlichem Verstärkungsfaktor (Gain) fast gleichzeitig aufzunehmen. Für die klassische Astrofotografie ist dies weniger relevant als für Videoüberwachung, aber für EAA (Live-Beobachtung) könnte es zukünftig interessante Modi ermöglichen.4
4. Detaillierte Analyse der Sensor-Modelle
Im Folgenden analysieren wir die relevantesten Sensoren, gegliedert nach ihrer Generation und ihrem primären Einsatzzweck.
4.1 Die Pioniere: Starvis 1 Generation
Diese Sensoren sind nach wie vor weit verbreitet, oft sehr günstig und bilden das Rückgrat vieler Einsteiger-Kameras.
IMX224 / IMX225 (Der legendäre Planetenjäger)
- Technische Daten: 1/3″ Format, 1.2 Megapixel (1304×976), 3.75 µm Pixel.
- Charakteristik: Dieser Sensor galt jahrelang als der König der Planetenkameras. Sein extrem geringes Ausleserauschen (< 1e-) erlaubte Kurzzeitbelichtungen von Jupiter und Saturn mit minimalem Rauschen.
- Nachteil: Starkes Amp Glow in den Ecken bei Langzeitbelichtung.
- Verwendung:
- ZWO: ASI224MC (Der Klassiker).
- QHY: QHY5III224.
- Player One: Ceres-C.9
- Preis: Sehr günstig, oft unter 200 €.
IMX290 / IMX291 (Der Geschwindigkeits-Teufel)
- Technische Daten: 1/2.8″ Format, 2.1 Megapixel (1920×1080), 2.9 µm Pixel.
- Charakteristik: Höhere Auflösung als der IMX224 und kleinere Pixel, was ihn ideal für Teleskope mit etwas kürzerer Brennweite machte. Der IMX290 ist die High-Speed-Variante (LVDS/MIPI), der IMX291 die langsamere Version für Überwachungskameras.
- Verwendung:
- ZWO: ASI290MM/MC (oft als Guiding-Kamera genutzt).
- Player One: Mars-M (Gen 1).
- Status: Wird weitgehend durch den IMX462/662 ersetzt.
IMX178 (Der Hochauflösende)
- Technische Daten: 1/1.8″ Format, 6.4 Megapixel (3096×2080), 2.4 µm Pixel.
- Charakteristik: Durch die sehr kleinen Pixel und den relativ großen Sensor beliebt für Mond- und Sonnenfotografie sowie für Mikroskopie. Auch als Guiding-Kamera in Off-Axis-Guidern (OAG) beliebt, da das große Feld das Finden von Leitsternen erleichtert.
- Nachteil: Neigt zu “Fixed Pattern Noise” (einem Gittermuster im Rauschen) und Amp Glow.
- Verwendung:
- ZWO: ASI178MM/MC.
- QHY: QHY5III178.
- Player One: Sedna-M / Neptune-C.10
IMX462 (Der Infrarot-König)
- Technische Daten: 1/2.8″ Format, 2.1 Megapixel (1920×1080), 2.9 µm Pixel.
- Charakteristik: Der direkte Nachfolger des IMX290. Sein Alleinstellungsmerkmal ist die Super-High Conversion Gain (SHCG) und die extreme IR-Empfindlichkeit. Die Farbfilter (Bayer-Matrix) auf den Pixeln werden im Infrarotbereich (ab ca. 850nm) transparent. Das bedeutet: Mit einem IR-Pass-Filter verhält sich diese Farbkamera wie eine hochempfindliche Schwarz-Weiß-Kamera. Dies ist revolutionär für die Planetenfotografie (Methan-Band bei Jupiter) oder Guiding.11
- Verwendung:
- ZWO: ASI462MC.
- QHY: QHY5III462C.
- Player One: Mars-C II.
- Smart Telescope: Seestar S50 (ZWO nutzt diesen Chip für das beliebte All-in-One Teleskop aufgrund der hohen Empfindlichkeit).12
IMX485 (Der große Bruder)
- Technische Daten: 1/1.2″ Format, 8.3 Megapixel (4K), 2.9 µm Pixel.
- Charakteristik: Nutzt die Technologie des IMX462, aber auf einer viermal so großen Fläche.
- Verwendung: ZWO ASI485MC, Player One Uranus-C (Gen 1).
- Status: Wurde sehr schnell vom technologisch überlegenen IMX585 (Starvis 2) abgelöst und ist heute kaum noch eine Empfehlung wert, es sei denn, man findet ihn extrem günstig gebraucht.
4.2 Die neue Ära: Starvis 2 Generation
Diese Sensoren stellen den aktuellen “Goldstandard” für ungekühlte Planetenkameras und EAA dar.
IMX585 (Der Gamechanger)
- Technische Daten: 1/1.2″ Format, 8.3 Megapixel (3856×2180), 2.9 µm Pixel.
- Warum er wichtig ist: Dieser Chip hat den Markt für EAA (Live-Stacking) erobert. Er kombiniert die große Sensorfläche des IMX485 mit der Starvis 2 Technologie: Kein Amp Glow und eine riesige Full Well Capacity (~47.000e-).
- Für Laien: Mit diesem Chip können Sie lange belichten, um schwache Nebel sichtbar zu machen, ohne dass das Bild am Rand hell glüht (Amp Glow) und ohne dass die hellen Sterne sofort zu weißen Scheiben ausbrennen.
- Verwendung:
- ZWO: ASI585MC (ungekühlt) & ASI585MC Pro (gekühlt).
- Player One: Uranus-C (ungekühlt) & Uranus-C Pro (gekühlt).13
- Smart Telescope: Vaonis Vespera II (Hier ermöglicht der Sensor hochauflösende Mosaike und Deep Sky Aufnahmen).14
IMX662 (Der Planetenspezialist 2.0)
- Technische Daten: 1/2.8″ Format, 2.1 Megapixel, 2.9 µm Pixel.
- Charakteristik: Der Nachfolger des IMX462. Erbebt die hohe IR-Empfindlichkeit, eliminiert aber das Amp Glow und erhöht die Full Well Capacity drastisch (~54.000e- vs 12.000e- beim Vorgänger).5
- Verwendung:
- ZWO: ASI662MC.
- Player One: Mars-C II / Mars 662.
- Smart Telescope: Vermutlich im Seestar S30 (Nachfolger/kleine Version des S50) verbaut.15
IMX678 (4K Planeten & Deep Sky)
- Technische Daten: 1/1.8″ Format, 8.3 Megapixel (3840×2160), 2.0 µm Pixel.
- Charakteristik: Kleinere Pixel als der IMX585 (2.0µm vs 2.9µm). Das macht ihn ideal für Teleskope mit kurzer Brennweite (z.B. kleine Apos wie der RedCat 51), da man auch ohne Barlow-Linse eine hohe Auflösung auf Planeten oder Mondkrater erreicht.
- Verwendung:
- ZWO: ASI678MC.16
- QHY: QHY5III678.17
- Smart Telescope: Dwarf 3 (Tele-Kamera). Hier ermöglicht der Sensor echte 4K-Aufnahmen von Deep Sky Objekten in einem extrem kompakten Gehäuse.15
IMX715 (Der Auflösungs-Gigant)
- Technische Daten: 1/2.8″ Format, 8.4 Megapixel, 1.45 µm Pixel.
- Charakteristik: Extrem kleine Pixel. Das Full Well ist mit ca. 6.000e- klein, aber die Auflösung ist enorm. Dieser Sensor ist speziell, da er bei sehr kurzen Brennweiten das sogenannte “Oversampling” vermeidet und maximale Details herausholt.
- Verwendung:
- ZWO: ASI715MC.18
- Svbony: SC715C.19
- Smart Telescope: Sehr wahrscheinlich im Unistellar Odyssey verbaut. Unistellar wirbt mit 1.45µm Pixeln und einer speziellen “Nikon Eyepiece Technology”. Der IMX715 ist der einzige aktuelle Starvis-Sensor, der genau auf dieses Profil passt.2021
IMX676 (Das Quadrat)
- Technische Daten: 1/1.6″ Format, 12.6 Megapixel (3552×3552), 2.0 µm Pixel.
- Charakteristik: Ein quadratischer Sensor. In der Optik ist der Bildkreis rund – ein quadratischer Sensor nutzt diesen Kreis geometrisch effizienter aus als ein rechteckiger 16:9 Sensor. Ideal für All-Sky-Kameras (Meteorüberwachung) oder Sonnenmosaike.
- Verwendung:
- ZWO: ASI676MC.22
- Smart Telescope: Vaonis Vespera Pro. Vaonis nutzt hier das quadratische Format für seine patentierte Mosaik-Technologie (“CovalENS”), um riesige Himmelsfelder mit hoher Auflösung zusammenzusetzen.23
5. Die “Großen Drei”: Deep Sky BSI Sensoren
Technisch gesehen werden die folgenden Sensoren oft als “Exmor R” für den Consumer-Markt (Kameras wie Sony A7r IV, Fujifilm X-T3) klassifiziert. In der Astro-Community werden sie jedoch aufgrund ihrer BSI-Architektur, des fehlenden Amp Glows und der extremen Leistung oft in einem Atemzug mit der Starvis-Technologie genannt. Sie sind das Herzstück moderner, gekühlter Deep-Sky-Kameras.
| Sensor | Format | Auflösung | Pixel | Charakteristik | Kameras (Beispiele) |
| IMX533 | 1″ (Quadrat) | 9 MP | 3.76 µm | Der Einstieg in die Profi-Liga. Quadratisch, absolut kein Amp Glow, sehr rauscharm. Ideal für den Einstieg, da Framing (Kameradrehung) entfällt. | ZWO ASI533MC/MM Pro, Player One Ares-C/M, Altair Hypercam 533 |
| IMX571 | APS-C | 26 MP | 3.76 µm | Der Goldstandard. Ersetzt den alten KAF-8300 CCD. 16-Bit ADC (oft als Mode), riesiger Dynamikumfang. Der Sensor, den fast jeder ambitionierte Astrofotograf heute nutzt. | ZWO ASI2600MC/MM Pro, QHY268, Player One Poseidon, ToupTek ATR3CMOS26000 |
| IMX455 | Vollformat | 61 MP | 3.76 µm | Die Königsklasse. Entspricht dem Sensor der Sony A7r IV. Erfordert Teleskope mit großem, korrigiertem Bildkreis. Extrem teuer, aber kompromisslose Leistung. | ZWO ASI6200, QHY600, Player One Zeus 455 |
6. Marktübersicht: Astrokameras und Hersteller
Der Markt für Astrokameras wird von chinesischen Herstellern dominiert, die diese Sony-Sensoren in spezialisierte Gehäuse integrieren. Wie unterscheiden sie sich?
6.1 ZWO (Zhen Wang Optical)
- Marktposition: Der unangefochtene Marktführer.
- Strategie: ZWO setzt auf ein geschlossenes Ökosystem. Mit dem ASIAIR (einem kleinen Raspberry Pi Computer zur Steuerung) binden sie Kunden an ihre Kameras. ASIAIR unterstützt nur ZWO Kameras.
- Design: Rote Gehäuse, sehr standardisiert.
- Preise: Oft im mittleren bis oberen Segment, sehr wertstabil.
6.2 Player One Astronomy
- Marktposition: Der innovative Herausforderer.
- Unterscheidungsmerkmale:
- Design: Hexagonale Gehäuse (verhindert Wegrollen).
- Technik: Integrieren oft Features, die ZWO fehlen, wie z.B. eine “Dead Pixel Suppression” (DPS) in der Hardware oder eingebaute Tilt-Plates (Neigungsadapter) selbst bei günstigen Planetenkameras, um Newton-Ringe bei der Sonnenfotografie zu verhindern.
- Namensgebung: Sehr logisch strukturiert (Planeten = Planetennamen, Gekühlt = Götternamen).
- Preise: Oft aggressiver bepreist als ZWO bei besserer Hardware-Ausstattung.
6.3 QHYCCD
- Marktposition: Fokus auf wissenschaftliche und fortgeschrittene Anwendungen.
- Unterscheidungsmerkmale: QHY bietet oft die größte Vielfalt an Auslesemodi. Ihre Treiber erlauben Experten tiefe Eingriffe in die Sensorsteuerung. Sie bieten auch Spezialversionen (z.B. mit Glasfaseranschluss) an.
- Design: Runde, oft sehr kompakte “Stick”-Kameras für Planeten (QHY5III Serie).
6.4 ToupTek (und Rebrands)
- Marktposition: Der große “Unbekannte”. ToupTek ist einer der größten OEM-Hersteller.
- Rebrands: Viele Kameras von Altair Astro, Omegon (Vela/VeTec), RisingCam oder Mallincam sind intern ToupTek-Kameras.
- Vorteil: Wer auf das Markenlabel verzichten kann, bekommt hier die exakt gleiche Sensorleistung oft 20-30% günstiger. Die Treiber gelten als sehr stabil.
7. Preisanalyse (Stand 2025/2026, Deutschland)
Die Preise unterliegen Schwankungen durch Wechselkurse und Verfügbarkeit. Hier eine Orientierung basierend auf aktuellen Daten europäischer Händler 1325:
Einsteiger / Planeten / Guiding
- IMX662 (ZWO ASI662MC): ca. 250 € – 300 €. Der günstige Einstieg in Starvis 2.
- IMX462 (Player One Mars-C II): ca. 250 €. Immer noch top für IR-Fotografie.
- IMX290 (Gebrauchtmarkt): Oft für 150-180 € zu finden.
Mittelklasse / EAA / Allround
- IMX585 (Ungekühlt):
- ZWO ASI585MC: ca. 450 € – 550 €.
- Player One Uranus-C: ca. 480 €.
- Tipp: Die gekühlten Versionen (z.B. Uranus-C Pro) kosten ca. 700 € – 850 € und sind ein Geheimtipp für Deep Sky Einsteiger.
- IMX678 (ZWO ASI678MC): ca. 350 € – 400 €.
High-End Deep Sky (Gekühlt)
- IMX533 (ZWO ASI533MC Pro): ca. 900 € – 1.100 €.
- IMX571 (APS-C):
- ZWO ASI2600MC Pro: ca. 2.200 € – 2.500 €.
- QHY268C: ca. 2.300 € – 2.700 €.
- ToupTek / Omegon Varianten: Oft schon ab 1.600 € erhältlich – hier liegt das größte Sparpotenzial.
- IMX455 (Full Frame): Ab 4.000 € aufwärts (ZWO ASI6200, QHY600).
8. Smart Teleskope: Die Integration der Sensoren
Smart Teleskope sind vollautomatische Stationen, die Astrofotografie per Knopfdruck ermöglichen. Die Wahl des Sensors bestimmt maßgeblich, was diese Geräte leisten können.
| Teleskop | Sensor | Starvis Gen | Warum dieser Sensor? |
| Seestar S50 | IMX462 | Gen 1 | Hohe Empfindlichkeit war entscheidend, um den günstigen Preis und die kleine Öffnung (50mm) auszugleichen. Die Auflösung ist auf 1080p begrenzt, was für Social Media reicht.12 |
| Seestar S30 | IMX662 | Gen 2 | Kleineres Teleskop, neuerer Sensor. Der IMX662 bietet bessere Dynamik (Full Well) und weniger Rauschen als der 462.15 |
| Dwarf II | IMX415 | Gen 1 | Wahl fiel auf 4K Auflösung (IMX415 ist ein 4K Starvis 1 Sensor). Problem: Sehr kleine Pixel (1.45µm) rauschen bei Nacht stärker als die größeren Pixel des Seestar S50.27 |
| Dwarf 3 | IMX678 | Gen 2 | Großes Upgrade. Der IMX678 (Starvis 2) bietet 4K bei größeren Pixeln (2.0µm) und besserer Low-Light-Performance als der Dwarf II.15 |
| Vaonis Vespera II | IMX585 | Gen 2 | Der IMX585 ist hier perfekt. Seine Größe (1/1.2″) ermöglicht ein weites Bildfeld für Nebel, die hohe Full Well Capacity erlaubt gutes Stacking ohne ausgebrannte Sterne.14 |
| Vaonis Vespera Pro | IMX676 | Gen 2 | Nutzung des quadratischen Formats für effiziente Mosaike. Hohe Auflösung (12.5 MP) für Druckqualität.23 |
| Unistellar Odyssey | IMX715 | Gen 2 | Unistellar nutzt die extrem kleinen Pixel (1.45µm) des IMX715, um trotz kurzer Brennweite eine hohe Auflösung auf Mond und Planeten zu erreichen (Nikon Eyepiece Tech).20 |
Insight: Man sieht einen klaren Trend. Die erste Generation (Seestar S50, Dwarf II) nutzte günstige Starvis 1 Sensoren. Die zweite Generation (Vespera II, Dwarf 3) setzt voll auf Starvis 2. Der Grund ist vor allem die Full Well Capacity. Da diese Teleskope azimutal montiert sind (sich also nicht mit der Erddrehung neigen), müssen sie extrem kurz belichten (oft 10s), um Bildfeldrotation zu vermeiden. Starvis 2 Sensoren können in diesen 10 Sekunden mehr Lichtdynamik einfangen als ihre Vorgänger.
9. Alternativen zu Sony: Gibt es sie?
Ist Sony alternativlos? Im Hobbybereich: Fast. Der Marktanteil liegt gefühlt bei über 95%. Dennoch gibt es Nischen.
9.1 Onsemi (ehemals Aptina/Kodak)
Früher war Kodak (später Onsemi) der Platzhirsch bei CCDs. Heute spielen sie im CMOS-Astromarkt nur noch eine Rolle im Low-End Guiding Bereich.
- Sensor: AR0130CS.
- Verwendung: ZWO ASI120MM Mini. Dies ist wohl die meistverkaufte Guiding-Kamera der Welt. Sie ist günstig, robust und für das Nachführen (Guiding) völlig ausreichend, auch wenn sie mehr rauscht als moderne Sony-Chips.28
9.2 Gpixel
Ein chinesischer Hersteller, der im High-End wissenschaftlichen Bereich (sCMOS) Sony Konkurrenz macht.
- Technologie: GSENSE Sensoren. Diese sind oft Back-Illuminated und bieten riesige Pixel (bis 10µm) und riesige Flächen (bis 6x6cm).
- Verwendung: QHY4040, QHY6060.
- Preis: Astronomisch (5.000 € bis 30.000 €). Für den Amateur kaum relevant, aber für Sternwarten eine Alternative zu den nicht mehr produzierten großen CCDs.29
9.3 OmniVision (OVT)
Ein großer Konkurrent von Sony im Smartphone- und Automotive-Bereich.
- Technologie: Nyxel (Ähnlich wie Starvis NIR-optimiert).
- Verwendung: Man findet OVT-Sensoren manchmal in günstigen “No-Name” Okularkameras oder Einsteiger-Planetencams, aber sie haben sich im Marken-Segment (ZWO/QHY) nicht gegen Sonys Performance durchsetzen können.
10. Fazit und Zusammenfassung
Die Dominanz von Sony in der Astrofotografie ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer technologischen Überlegenheit, die mit der Starvis 2 Generation ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hat.
Für den Anwender bedeutet dies:
- Keine Angst vor CMOS: Die Zeiten, in denen CCDs notwendig waren, sind vorbei. Ein moderner IMX571 (APS-C) schlägt einen alten KAF-8300 CCD in jeder messbaren Kategorie (QE, Rauschen, Auslesegeschwindigkeit) um Längen.
- Starvis 2 lohnt sich: Wer neu einsteigt, sollte wenn möglich zu Starvis 2 greifen (IMX585, 662, 678). Das Fehlen von Amp Glow macht die Bildbearbeitung für Laien viel einfacher, da aufwendige Kalibrierungsbilder (Darks) weniger kritisch sind.
- Vielfalt durch Hersteller: Während der Sensor oft identisch ist (ein IMX585 ist ein IMX585, egal ob bei ZWO oder Player One), lohnt sich der Vergleich der Kamera-Features. Player One bietet oft bessere mechanische Lösungen (Tilt-Plate), ZWO punktet mit der Software-Integration (ASIAIR).
Die Astrofotografie ist dank dieser Sensoren heute zugänglicher, günstiger und leistungsfähiger als je zuvor. Ein Bild, für das man vor 15 Jahren eine 10.000 € CCD-Kamera und Stunden an Belichtungszeit brauchte, macht ein Smart Telescope mit einem Sony Starvis Chip heute in 15 Minuten auf der Terrasse.
Referenzen
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- Sony STARVIS vs. Sony Pregius: The ultimate image sensor comparison – e-con Systems, Zugriff am Januar 14, 2026, https://www.e-consystems.com/blog/camera/technology/sony-starvis-vs-sony-pregius-the-ultimate-image-sensor-comparison/
- Security Camera Image Sensor Technology STARVIS™/ STARVIS 2 – Sony Semiconductor Solutions, Zugriff am Januar 14, 2026, https://www.sony-semicon.com/en/technology/security/index.html
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- Zugriff am Januar 14, 2026, https://www.viofo.com/blogs/viofo-car-dash-camera-guide-faq-and-news/sony-starvis-2-sets-a-new-standard-for-dash-cams#:~:text=While%20the%20STARVIS%20already%20has,light%20that%20reaches%20the%20photodiodes.
- Uranus-C Pro USB3.0 Color Cooled Camera (IMX585) – Player One Astronomy, Zugriff am Januar 14, 2026, https://player-one-astronomy.com/product/uranus-c-pro-usb3-0-color-camera-imx585/
- Ceres-C USB3.0 Color Camera (IMX224) – Player One Astronomy, Zugriff am Januar 14, 2026, https://player-one-astronomy.com/product/ceres-c-usb3-0-color-camera-imx224/
- Sedna-M USB3.0 Mono Camera (IMX178) – Player One Astronomy, Zugriff am Januar 14, 2026, https://player-one-astronomy.com/product/sedna-m-usb3-0-mono-camera-imx178/
- Time for a new guide camera – best options? – Experienced Deep Sky Imaging – Cloudy Nights, Zugriff am Januar 14, 2026, https://www.cloudynights.com/forums/topic/784393-time-for-a-new-guide-camera-best-options/
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