
Seestar weit entfernteste Objekte: Jenseits unserer Vorstellungskraft
Die moderne Astronomie hat in den letzten Jahren einen dramatischen Wandel vollzogen, der die Grenze zwischen professioneller Forschung und privater Beobachtung zunehmend verschwimmen lässt. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die Einführung hochintegrierter, intelligenter Teleskopsysteme wie dem Seestar S50, das komplexe astrofotografische Prozesse automatisiert und damit auch Laien den Zugang zu Objekten ermöglicht, die früher Instrumenten mit deutlich größeren Aperturen vorbehalten waren.1 Die zentrale Frage für viele Anwender betrifft dabei die physikalische Reichweite dieses kompakten Geräts: Wie tief kann eine Optik mit nur 50 Millimetern Öffnung tatsächlich in den Raum und damit in die zeitliche Vergangenheit des Universums blicken? Die Antwort liegt nicht allein in der optischen Vergrößerung, sondern in der synergetischen Kombination aus hochempfindlicher Sensortechnologie, algorithmischer Bildverarbeitung und der schieren Geduld der digitalen Photonenakkumulation.2
Die technologische Basis der Tiefenraum-Fotografie
Um zu verstehen, warum ein so kleines Gerät Objekte in Milliarden Lichtjahren Entfernung erfassen kann, muss die zugrunde liegende Architektur betrachtet werden. Das Seestar S50 nutzt ein apochromatisches Triplet-Objektiv mit einer Brennweite von 250 mm und einem Öffnungsverhältnis von f/5.5 Ein solches Linsensystem ist darauf optimiert, chromatischer Aberration – also Farbsäumen, die bei einfachen Linsen entstehen – entgegenzuwirken, indem es drei verschiedene Glasarten kombiniert, um die Wellenlängen des Lichts präzise in einem gemeinsamen Fokus zu bündeln.3
Der Sensor als elektronisches Auge
Der entscheidende Faktor für die Detektion extrem schwacher Lichtquellen ist der integrierte Sony IMX462 CMOS-Sensor.5 Dieser Sensor zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Quanteneffizienz aus, was bedeutet, dass ein sehr hoher Prozentsatz der eintreffenden Photonen tatsächlich in elektrische Signale umgewandelt wird. Im Gegensatz zum menschlichen Auge, das Bilder in Echtzeit verarbeitet und keine Lichtenergie über längere Zeiträume speichern kann, arbeitet das Seestar S50 nach dem Prinzip der Langzeitbelichtung und des „Live Stacking“.2 Hierbei werden zahlreiche Einzelaufnahmen – standardmäßig mit einer Dauer von 10 bis 20 Sekunden – übereinandergelegt.8 Durch diese mathematische Addition verstärkt sich das Nutzsignal der Sterne und Galaxien linear, während das statistische Rauschen nur unterproportional ansteigt, was die Sichtbarkeit von Objekten ermöglicht, die Milliarden Mal schwächer sind als das, was das menschliche Auge visuell am Nachthimmel wahrnehmen könnte.2
Die Überwindung der Erddrehung
Da sich die Erde unter dem Sternenhimmel dreht, würden Sterne bei langen Belichtungszeiten zu Strichen verzerren. Das Seestar S50 korrigiert dies durch eine computergesteuerte azimutale Montierung, die das Teleskop präzise nachführt.2 Obwohl diese Art der Montierung zu einer sogenannten Bildfeldrotation führt, bei der sich das Bildfeld im Laufe der Zeit leicht dreht, gleichen die internen Algorithmen diesen Effekt beim Stacking-Prozess aus, indem sie die Einzelbilder vor dem Kombinieren exakt ausrichten.2 Die Begrenzung der Einzelbelichtung auf 10 bis 30 Sekunden dient dazu, Nachführfehler und die Auswirkungen der Bildfeldrotation zu minimieren, während die gesamte Belichtungszeit oft über mehrere Stunden gestreckt wird, um die nötige Tiefe zu erreichen.8
Die Grenzen der Sichtbarkeit: Magnituden und Entfernungen
In der Astronomie wird die Helligkeit von Objekten in Magnituden (mag) gemessen, wobei größere Zahlen schwächere Objekte bezeichnen. Die theoretische Grenzgröße des Seestar S50 unter idealen Bedingungen wird oft mit etwa Magnitude 17 bis 18 angegeben.14 Zum Vergleich: Der hellste Stern am Himmel, Sirius, hat eine Magnitude von -1,46, während die schwächsten mit bloßem Auge sichtbaren Sterne bei etwa 6,0 liegen. Die Fähigkeit, Lichtpunkte der 17. Größenklasse zu erfassen, bedeutet, dass das Gerät in der Lage ist, die Kerne extrem weit entfernter Galaxien, sogenannte Quasare, abzubilden.15
Der Einfluss der Lichtverschmutzung
Die reale Reichweite hängt massiv vom Standort ab. In städtischen Gebieten mit hoher Lichtverschmutzung (Bortle-Skala 7-9) wird der Himmelshintergrund so hell, dass schwache Signale darin untergehen.1 Das Seestar S50 verfügt zwar über einen eingebauten Duo-Band-Lichtverschmutzungsfilter, dieser ist jedoch primär für Emissionsnebel (wie den Orionnebel) optimiert, die Licht in ganz bestimmten Wellenlängen aussenden.3 Für weit entfernte Galaxien und Quasare, die ein kontinuierliches Lichtspektrum besitzen, sollte dieser Filter oft deaktiviert werden, um keine wertvollen Informationen zu verlieren, was wiederum einen dunklen Beobachtungsstandort umso wichtiger macht.7 Unter einem dunklen Landhimmel (Bortle 2-4) können bereits in 30 bis 60 Minuten Belichtungszeit Objekte dokumentiert werden, die Millionen von Lichtjahren entfernt sind.15
Galaxien: Unsere kosmische Nachbarschaft und darüber hinaus
Der erste Schritt in die Tiefe des Raums führt über die Galaxien. Diese riesigen Ansammlungen von Milliarden von Sternen sind die Grundbausteine des großräumigen Universums. Das Seestar S50 ist hervorragend geeignet, die Vielfalt dieser Strukturen einzufangen.
Die lokale Gruppe: Andromeda und Dreiecksgalaxie
Die Andromeda-Galaxie (M31) ist mit einer Entfernung von etwa 2,5 Millionen Lichtjahren das bekannteste Fernziel.8 Aufgrund ihrer schieren Größe von über drei Grad am Himmel passt sie nicht vollständig in das Sichtfeld des Seestar S50, es sei denn, man nutzt den speziellen Mosaik-Modus der Software.8 Dennoch sind bereits in kurzen Belichtungssequenzen von 10 bis 30 Minuten die Staubbänder und das helle Zentrum erkennbar.7 Etwas weiter entfernt, bei etwa 2,7 bis 3 Millionen Lichtjahren, liegt die Dreiecksgalaxie (M33), die aufgrund ihrer geringeren Flächenhelligkeit eine längere Belichtungszeit von mindestens einer Stunde erfordert, um die Spiralarme und H-II-Regionen (Sternentstehungsgebiete) deutlich hervorzuheben.18
Die Tiefe der 100-Millionen-Lichtjahre-Marke
Jenseits unserer lokalen Gruppe finden sich Galaxien wie M51, die Whirlpool-Galaxie, in etwa 31 Millionen Lichtjahren Entfernung.18 Hier zeigt das Seestar S50 seine Stärke in der Auflösung von Strukturen: Die Interaktion zwischen der Hauptgalaxie und ihrem kleineren Begleiter ist ein klassisches Motiv, das etwa 60 bis 120 Minuten Integrationszeit benötigt.10
Noch tiefer im Raum, bei etwa 100 Millionen Lichtjahren, liegt die Galaxie NGC 2336 im Sternbild Giraffe.18 Diese gigantische Balkenspiralgalaxie mit einem Durchmesser von über 200.000 Lichtjahren erscheint im Seestar als zarter, aber deutlich strukturierter Nebelfleck.23 Die Tatsache, dass ein 50-mm-Teleskop Photonen einfangen kann, die vor 100 Millionen Jahren emittiert wurden – zu einer Zeit, als auf der Erde die Dinosaurier dominierten –, verdeutlicht die Leistungsfähigkeit der modernen Sensortechnik.24
Die Brücke zum Unvorstellbaren: NGC 3435
Eines der fernsten Ziele, die noch als flächige Galaxienstruktur und nicht nur als Punkt identifizierbar sind, ist NGC 3435 in einer Entfernung von rund 235 Millionen Lichtjahren.18 Bei einer scheinbaren Helligkeit von 13,2 mag ist dies ein Grenzobjekt, das eine sehr ruhige Atmosphäre und eine Gesamtexpositionszeit von mindestens zwei Stunden unter dunklem Himmel erfordert.18 In solchen Aufnahmen wird die Galaxie oft nur noch als kleiner, diffuser Lichtfleck sichtbar, was jedoch den Reiz der Entdeckung einer so fernen Welt nicht schmälert.18
Quasare: Die hellsten Leuchtfeuer des Kosmos
Um die wirklich extremen Distanzen von Milliarden Lichtjahren zu überbrücken, müssen wir uns Objekten zuwenden, die so energiereich sind, dass sie über das gesamte beobachtbare Universum hinweg sichtbar bleiben: Quasare.27 Ein Quasar (quasi-stellares Objekt) ist der aktive Kern einer Galaxie, in dessen Zentrum ein supermassereiches Schwarzes Loch Materie verschlingt. Die dabei freigesetzte Energie ist so gewaltig, dass der Kern die gesamte Galaxie überstrahlt und als punktförmiges, sternähnliches Objekt erscheint.28
Markarian 231: Der nächste Quasar
Markarian 231 (UGC 8058) befindet sich im Sternbild Großer Bär und ist mit einer Entfernung von etwa 581 Millionen Lichtjahren der uns am nächsten gelegene Quasar.31 Mit einer Helligkeit von ca. 13,8 mag ist er ein hervorragendes Ziel für das Seestar S50. Schon nach 15 Minuten Belichtungszeit lässt sich dieser „aktive Galaxienkern“ sicher identifizieren.31 Wissenschaftlich gesehen handelt es sich um eine extrem leuchtkräftige Infrarotgalaxie, deren Energiequelle ein Schwarzes Loch mit etwa 150 Millionen Sonnenmassen ist.33
3C 273: Ein Blick zwei Milliarden Jahre zurück
Der bekannteste Quasar ist 3C 273 im Sternbild Jungfrau. Mit einer Entfernung von rund 2,4 Milliarden Lichtjahren stellt er eine enorme Steigerung der Distanz dar.21 Trotz dieser unvorstellbaren Ferne erreicht er eine scheinbare Helligkeit von etwa 12,9 mag, was ihn zum hellsten Quasar am Himmel macht.27 Er ist für das Seestar S50 ein absolut machbares Ziel, das oft schon nach wenigen Minuten Stacking als klarer Lichtpunkt erscheint.21 Die Beobachtung dieses Objekts ist eine Form der Zeitreise: Das Licht, das wir heute auf dem Smartphone-Display sehen, begann seine Reise zu einer Zeit, als das Leben auf der Erde gerade erst begann, komplexe Zellen zu entwickeln.32
Gravitationslinsen: Einsteins Bestätigung im Mini-Teleskop
Ein besonderes Highlight für fortgeschrittene Nutzer des Seestar S50 ist die Jagd nach Gravitationslinsen. Hierbei wird das Licht eines extrem fernen Quasars durch die Schwerkraft einer nähergelegenen Galaxie gebeugt und verstärkt, ähnlich wie durch eine gläserne Linse.28
Der Twin Quasar (QSO 0957+561)
Dieses Objekt im Sternbild Großer Bär war 1979 die erste entdeckte Gravitationslinse.34 Wir sehen hier ein und denselben Quasar doppelt, weil eine massereiche Galaxie im Vordergrund das Licht auf zwei verschiedenen Pfaden zu uns lenkt.34 Die Entfernung des Quasars beträgt etwa 8,7 bis 14 Milliarden Lichtjahre (je nach verwendeter Distanzdefinition in der Kosmologie).34 Mit einer Helligkeit von ca. 16,7 mag für die Komponenten A und B ist dies eine echte Herausforderung für das Seestar S50.28 Dennoch ist es Nutzern gelungen, dieses Objekt nach etwa einer Stunde Belichtungszeit abzubilden.28 Die beiden Komponenten liegen nur etwa 6 Bogensekunden auseinander, was auf dem Sensor des Seestar etwa 2 bis 3 Pixeln entspricht – eine beeindruckende Demonstration der optischen Präzision des Triplet-Apochromaten.28
Die ultimative Grenze: TON 618
An der absoluten Grenze dessen, was physikalisch mit einer 5-cm-Öffnung detektierbar ist, steht TON 618 im Sternbild Jagdhunde. Dieser Quasar beherbergt eines der massereichsten bekannten Schwarzen Löcher mit geschätzten 66 Milliarden Sonnenmassen.18 Seine Entfernung wird oft mit etwa 10,8 bis 18 Milliarden Lichtjahren angegeben (Lichtlaufzeit vs. mitbewegte Entfernung).29 Mit einer Magnitude von 15,9 ist er schwach, aber unter exzellenten Bedingungen und mit mehreren Stunden Integrationszeit als winziger Lichtpunkt erfassbar.18 Es ist das fernste Einzelobjekt, das ein Mensch mit einem solch kompakten Gerät jemals dokumentieren kann.18
Seestar weit entfernteste Objekte: Tabelle für Fernziele mit dem Seestar S50
Die folgende Tabelle listet die wichtigsten fernen Objekte auf, die mit dem Seestar S50 erreichbar sind. Die Angaben zur Sichtbarkeit beziehen sich auf die nördliche Hemisphäre (ca. 50° Nord).
| Objektname | Entfernung (Lj) | Entdeckung | Kurzer Steckbrief | Beobachtungstipps (Monat, Uhrzeit) | Empf. Belichtungszeit |
| Andromeda (M31) | 2.500.000 | 964 n. Chr. | Nächste große Spiralgalaxie; riesig am Himmel. 8 | Sept. – Jan., nach Einbruch der Dunkelheit | 30 – 60 Min. (Mosaik) 12 |
| Whirlpool (M51) | 31.000.000 | 1773 | Bekannteste interagierende Galaxie; Spiralarme gut sichtbar. 18 | März – Juni, Mitternacht | 60 – 120 Min. 10 |
| Bode-Galaxie (M81) | 12.000.000 | 1774 | Sehr helle, klassische Spiralgalaxie im Großen Bären. 20 | Jan. – Juni, ganzer Abend | 30 – 60 Min. 20 |
| Sombrero (M104) | 31.000.000 | 1781 | Markante Galaxie mit dunklem Staubband; steht oft tief. 38 | April – Juni, spätabends | 60 Min. 38 |
| NGC 2336 | 100.000.000 | 1876 | Riesige Balkenspirale; wirkt zart und elegant. 23 | Ganzjährig (zirkumpolar), nachts | 90 – 120 Min. 18 |
| NGC 3435 | 235.000.000 | 1793 | Schwache Galaxie; Herausforderung für die Bildbearbeitung. 26 | Feb. – Mai, Mitternacht | 120+ Min. 18 |
| Markarian 231 | 581.000.000 | 1969 | Nächster bekannter Quasar; sieht aus wie ein Stern. 31 | Feb. – Juni, Mitternacht | 15 – 45 Min. 31 |
| 3C 273 | 2.400.000.000 | 1963 | Hellster Quasar; blickt Milliarden Jahre zurück. 21 | März – Juni, Mitternacht | 30 – 60 Min. 21 |
| Twin Quasar | ~9-14 Mrd. | 1979 | Gravitationslinse; erscheint als Doppelpunkt. 34 | Feb. – Mai, Mitternacht | 60 – 120 Min. 28 |
| TON 618 | ~10,8-18 Mrd. | 1957 | Ultimative Distanz; nur ein schwacher Lichtpunkt. 18 | März – Juni, Mitternacht | 120 – 300 Min. 18 |
Strategien für erfolgreiche Tiefenraum-Aufnahmen
Um diese extremen Distanzen erfolgreich abzubilden, ist eine sorgfältige Vorbereitung erforderlich. Das Seestar S50 automatisiert vieles, aber die physikalischen Bedingungen müssen stimmen.
Wahl des Standorts und der Höhe über dem Horizont
Objekte sollten idealerweise dann fotografiert werden, wenn sie zwischen 30° und 60° über dem Horizont stehen.9 Zu tief am Horizont ist die Luftunruhe (Seeing) und die atmosphärische Extinktion (Lichtabsorption durch die Luft) zu stark. Zu hoch im Zenit (über 75° bis 80°) bekommt die azimutale Montierung mechanische Probleme bei der Nachführung, was oft zu Bildfehlern und dem Abbruch des Stackings führt.11 Vor dem Start sollte zudem das Stativ absolut waagerecht ausgerichtet werden, was über die integrierte digitale Wasserwaage in der App einfach zu kontrollieren ist.3
Die Bedeutung der Belichtungszeit
In der Astrofotografie gilt oft: „Mehr ist mehr“. Während helle Nebel schon nach 10 Minuten beeindruckend aussehen, benötigen ferne Galaxien und Quasare Ausdauer.10 Es ist ratsam, für ein Quasar-Projekt einen möglichst dunklen Ort und mindestens eine volle Stunde Belichtungszeit einzuplanen.15 Da das Seestar S50 die Einzelbilder (Subs) speichern kann, ist es möglich, die Daten einer Nacht mit denen einer weiteren Nacht zu kombinieren.10 Ein Projekt von insgesamt 10 Stunden Belichtungszeit auf eine einzige Galaxie kann Details offenbaren, die in einer kurzen Session völlig verborgen bleiben.44
Kalibrierung und Wartung
Das System führt zu Beginn jeder Session eine automatische Kalibrierung durch, bei der auch „Darks“ (Dunkelbilder) aufgenommen werden.4 Diese Darks sind entscheidend, um das thermische Rauschen des Sensors und Pixelfehler zu entfernen.3 Ändert sich die Außentemperatur im Laufe der Nacht signifikant (mehr als 5 Grad), sollte die Kalibrierung manuell erneuert werden, um die Bildqualität hochzuhalten.6 Ebenso wichtig ist der präzise Autofokus, den das Gerät selbstständig auf hellen Sternen durchführt; bei sehr schwachen Zielen empfiehlt es sich, den Fokus gelegentlich manuell zu überprüfen.6
Die Bildbearbeitung: Das Signal aus dem Rauschen heben
Das Seestar S50 liefert bereits in der App ein fertiges Bild (ein JPEG), das oft schon sehr gut aussieht.16 Für die Jagd nach fernen Quasaren reicht dies jedoch meist nicht aus.
Von FITS zu spektakulären Resultaten
Um das Maximum aus der 50-mm-Optik herauszuholen, sollten die Rohdaten im FITS-Format verwendet werden.43 Diese Dateien enthalten die unkomprimierten Informationen des Sensors. Programme wie Siril (kostenlos), GraXpert (für die Hintergrundextraktion) oder das professionelle PixInsight ermöglichen es, Lichtverschmutzungs-Gradienten zu entfernen, die Farben präzise zu kalibrieren und die schwachen Strukturen der Galaxienarme durch gezieltes Stretching (Helligkeitsstreckung) sichtbar zu machen.10 Insbesondere bei Objekten wie dem Twin Quasar hilft eine sorgfältige Schärfung und Rauschreduzierung, die beiden Komponenten voneinander zu trennen.28
Fazit: Eine neue Ära der Entdeckung
Das Seestar S50 markiert den Beginn einer Ära, in der das Universum für jedermann greifbar wird. Es ist fast paradox, dass ein Gerät, das kaum mehr wiegt als ein Laptop, in der Lage ist, Strukturen abzubilden, deren Licht seit Milliarden von Jahren unterwegs ist.1 Die Analyse zeigt, dass die Reichweite des Systems bei etwa 14 bis 18 Milliarden Lichtjahren endet – eine Distanz, die einen erheblichen Teil des beobachtbaren Universums abdeckt.18
Für den Anwender bedeutet dies: Jedes Astrofoto ist nicht nur ein Bild, sondern eine wissenschaftliche Dokumentation kosmischer Geschichte. Ob es die Kollision von Galaxien in 30 Millionen Lichtjahren Ferne ist oder das Leuchten eines supermassereichen Schwarzen Lochs in zwei Milliarden Lichtjahren – das Seestar S50 macht das Unsichtbare sichtbar.7 Es ist ein Werkzeug der Erkenntnis, das zeigt, dass man kein professioneller Astronom sein muss, um die tiefsten Geheimnisse des Kosmos von der eigenen Terrasse aus zu erforschen.4 Die einzige Voraussetzung ist ein klarer Himmel, ein wenig Geduld und die Neugier, über den Rand der eigenen Welt hinausblicken zu wollen.
Referenzen
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- Seestar S50 – Forum Astronomie.de, Zugriff am Februar 1, 2026, https://forum.astronomie.de/threads/seestar-s50.357809/
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- Wie lange sollte man belichten? : r/seestar – Reddit, Zugriff am Februar 1, 2026, https://www.reddit.com/r/seestar/comments/1cc6hvu/how_long_to_shoot_for/?tl=de
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- Unbearbeitete (!) ZWO Seestar S50 Fotos | Forum Astronomie.de, Zugriff am Februar 1, 2026, https://forum.astronomie.de/threads/unbearbeitete-zwo-seestar-s50-fotos.359740/
- The Rosette Nebula – 10 Hours of Integration : r/seestar – Reddit, Zugriff am Februar 1, 2026, https://www.reddit.com/r/seestar/comments/1hqtwqn/the_rosette_nebula_10_hours_of_integration/
- Seestar S30 & S50 – How to easily find the Moon, and simple Lunar stacking – YouTube, Zugriff am Februar 1, 2026, https://www.youtube.com/watch?v=8XlQjmcIXPo
- Deep Sky Stack In the Seestar S50/S30 App #zwo #astronomyeducation – YouTube, Zugriff am Februar 1, 2026, https://www.youtube.com/watch?v=-4nKFAmLm6o
- Seestar S50 FAQ, Zugriff am Februar 1, 2026, https://store.seestar.com/blogs/faq/s50
- Seestar | Smart Telescope | S50, Zugriff am Februar 1, 2026, https://www.seestar.com/
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