
Polarlichter Thüringen 2026: Das Polarlicht-Ereignis vom 19.01.2026
In der Nacht vom 19. Januar 2026 wurde Thüringen Zeuge eines der intensivsten Polarlicht-Ereignisse der letzten Jahre. Während die „Aurora Borealis“ in unseren Breitengraden meist nur als schwacher rötlicher Schimmer am Horizont erscheint, leuchtete der Himmel dieses Mal in kräftigen Rot- und Grüntönen, die zeitweise sogar mit bloßem Auge deutlich über den gesamten Nordhimmel zu sehen waren.
Wie kam es zu diesem Farbenpracht?
Ursache war ein extrem starker geomagnetischer Sturm. Geladene Teilchen der Sonne (der Sonnenwind) trafen mit hoher Geschwindigkeit auf das Magnetfeld der Erde und drangen tief in die Erdatmosphäre ein. Die verschiedenen Farben entstehen dabei wie folgt:
- Grünes Licht: Entsteht in etwa 100 bis 200 km Höhe, wenn die Sonnen-Teilchen auf Sauerstoffatome treffen. Dass dieses satte Grün in Thüringen so deutlich sichtbar war, deutet auf einen besonders energiereichen Teilchenstrom hin, der die Leuchterscheinungen weiter nach Süden drückte als üblich.
- Rotes Licht: Entsteht in höheren Schichten (über 200 km) ebenfalls durch Sauerstoff. Da wir in Deutschland meist „von der Seite“ auf das Polarlichtoval am Nordpol blicken, sehen wir oft nur die hohen roten Spitzen. Am 19.01. war das Rot jedoch so intensiv, dass es den gesamten Himmel in ein mystisches Licht tauchte.
Beobachtung in Thüringen
Besonders gute Bedingungen herrschten in den dunklen Regionen wie dem Thüringer Wald, der Rhön und dem Schiefergebirge. Da der Himmel vielerorts klar war, konnten Beobachter nicht nur statisches Leuchten, sondern auch „Beamen“ (senkrechte Strahlen) und schnelle Bewegungen am Firmament wahrnehmen – ein Anblick, der normalerweise nur in Skandinavien oder Island zu finden ist.
Prognose Polarlichter Thüringen 2026 für den 20. Januar 2026 (Kp-Index)
Der geomagnetische Sturm, der durch den gestrigen Ausbruch (X1.9-Flare) ausgelöst wurde, schwingt noch nach.
- Erwartete Werte: Die Vorhersagemodelle (u.a. der NOAA) zeigen für den heutigen Abend Kp-Werte zwischen 5 und 6.
- Bedeutung für Thüringen: Ein Kp-Wert von 6 gilt als „roter Bereich“. Das bedeutet, dass Polarlichter in Thüringen mit hoher Wahrscheinlichkeit erneut fotografisch (mit dem Smartphone oder der Kamera) und bei kurzen Aktivitätsschüben auch wieder mit bloßem Auge als rötlicher Schimmer im Norden erkennbar sein könnten.
2. Das Wetter in Thüringen
Das ist die beste Nachricht: Die Bedingungen sind nahezu perfekt.
- Bewölkung: Für weite Teile Thüringens wird eine sehr geringe Bewölkung von etwa 1 % vorhergesagt. Der Himmel bleibt also größtenteils sternenklar.
- Temperaturen: Es wird frostig bei etwa -3 bis -6 °C. Packen Sie sich also warm ein!
- Gefahr: In Tälern kann sich nach Mitternacht lokaler Nebel bilden. Erhöhte Lagen (Harz, Thüringer Wald, Rhön) sind daher heute die sicherste Wahl.
3. Ihr Zeitfenster & Strategie
Tipp: Da die Intensität heute etwas geringer sein könnte als gestern (als es sogar grünes Licht gab), achten Sie besonders auf graue, „schleierartige“ Wolken im Norden, die sich bewegen – das sind oft Polarlichter, die das Auge bei geringerer Helligkeit noch nicht als farbig wahrnimmt. Ein kurzes Testfoto mit dem Handy (Nachtmodus, 3–5 Sek. Belichtung) bringt sofort Gewissheit.ür Laie
Beste Zeit: Die höchste Wahrscheinlichkeit besteht heute zwischen 20:00 Uhr und 01:00 Uhr.
Blickrichtung: Streng nach Norden. Achten Sie auf einen Platz ohne direkte Straßenbeleuchtung.
Bildergalerie der Polarlichter vom 19.01.2026












Polarlichter Thüringen 2026: Aufnahmetipps mit dem Smartphone
Das Fotografieren von Polarlichtern mit dem Smartphone funktioniert heute erstaunlich gut, da die Sensoren oft lichtempfindlicher sind als das menschliche Auge. Da die Lichter heute etwas schwächer ausfallen könnten, hilft die Technik dabei, die Farben „einzufangen“, die wir mit bloßem Auge vielleicht nur als grauen Schleier sehen.
Hier sind die wichtigsten Tipps für heute Abend in Thüringen:
1. Das A und O: Absolute Stabilität
Da das Handy für ein Polarlichtfoto mehrere Sekunden lang Licht sammeln muss, führt das kleinste Wackeln zu einem unscharfen Bild.
- Stativ nutzen: Falls vorhanden, ein Handy-Stativ nutzen.
- Alternative: Das Handy fest gegen einen Pfosten, eine Mauer oder das Autodach pressen.
- Selbstauslöser: Stellen Sie einen Timer auf 2 oder 5 Sekunden. So wackelt das Handy nicht mehr, wenn die Aufnahme startet, nachdem Sie den Knopf gedrückt haben.
2. Der Nachtmodus (Einfache Variante)
Moderne Smartphones (iPhone Nachtmodus, Samsung Nachtaufnahme, Google Nachtsicht) erkennen die Dunkelheit automatisch.
- Stellen Sie die Belichtungszeit manuell auf das Maximum (oft 10 oder sogar 30 Sekunden im Stativmodus).
- Deaktivieren Sie unbedingt den Blitz! Dieser würde nur den Vordergrund erhellen und das ferne Polarlicht unsichtbar machen.
3. Der Profi-Modus (Für beste Ergebnisse)
Falls Ihr Handy einen „Pro-“ oder „Manuell-“ Modus hat, stellen Sie folgende Werte ein:
- ISO (Empfindlichkeit): Zwischen 800 und 1600. (Zu hoch wird das Bild körnig, zu niedrig bleibt es schwarz).
- Belichtungszeit (S): Probieren Sie 5 bis 10 Sekunden. Wenn das Polarlicht schnell wandert, eher kürzer; wenn es ruhig steht, eher länger.
- Fokus: Stellen Sie den Fokus manuell auf „Unendlich“ (oft ein Berg-Symbol). Wenn der Autofokus versucht, im Dunkeln scharf zu stellen, wird das Bild meist matschig.
4. Ein kleiner Trick für Thüringen
Oft sieht man mit dem Auge im Norden nur eine seltsame, farblose Wolke.
- Machen Sie ein Testfoto: Halten Sie das Handy einfach mal Richtung Norden und machen Sie eine Aufnahme im Nachtmodus. Der Kamerasensor sieht das Grün und Rot oft schon viel früher als wir. Wenn das Display grünlich leuchtet, wissen Sie: Da ist es!
Ein kleiner Hinweis zum Schluss: Schauen Sie trotz des Fotografierens immer mal wieder am Display vorbei direkt in den Himmel. Das Erlebnis mit eigenen Augen ist – auch wenn es blasser ist – oft viel beeindruckender als das fertige Foto.
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