
Angriff Iran Ölpreis: Eine umfassende Analyse und Prognose der globalen Ölmärkte und Kraftstoffpreise
Geopolitische Ausgangslage: Der 28. Februar 2026
Die globalen Energie- und Finanzmärkte befinden sich seit den späten Abendstunden des 27. Februar und dem Morgen des 28. Februar 2026 in einem Zustand massiver Volatilität und fundamentaler Neubewertung. Auslöser ist eine beispiellose militärische Eskalation im Nahen Osten, die durch weitreichende israelische und amerikanische Luft- und Raketenangriffe auf das Staatsgebiet der Islamischen Republik Iran initiiert wurde.1 Diese Operationen, die vom israelischen Verteidigungsminister Israel Katz als präventiver Schlag zur Beseitigung existenzieller Bedrohungen deklariert wurden 2, markieren den Übergang von einem jahrelangen asymmetrischen Schattenkrieg in eine offene, direkte militärische Konfrontation.
Die Beteiligung der Vereinigten Staaten wurde durch US-Präsident Donald Trump umgehend bestätigt. In einer achtminütigen Erklärung auf der Plattform X (ehemals Twitter) am späten Abend des 27. Februar 2026 sprach der US-Präsident von einem “massiven und andauernden Einsatz”, dessen strategisches Ziel es sei, die unmittelbare Bedrohung durch die iranische Führung zu beseitigen und die nationalen Sicherheitsinteressen der USA zu verteidigen.2 Die Rhetorik der Trump-Administration, die offen zum Umsturz im Iran aufruft und dem iranischen Volk proklamiert, die Stunde seiner Freiheit sei gekommen 2, verdeutlicht, dass es sich hierbei nicht um eine begrenzte Strafaktion, sondern um einen Versuch des systemischen Regimewechsels handelt. Internationale Pressestimmen, wie etwa die Jerusalem Post, werten das strategische Ziel als klaren Versuch, das iranische Regime und sein weitreichendes Netzwerk an Stellvertretern vollständig zum Zusammenbruch zu bringen.1
Die unmittelbare Reaktion Teherans hat die Risikoszenarien für die globalen Lieferketten sofort maximiert. Neben Gegenangriffen mit Raketen und Drohnen in Richtung Israel 4 und gemeldeten Explosionen in mehreren Golfstaaten 3, hat der Iran eine Maßnahme ergriffen, die den Nerv der globalen Wirtschaft trifft: Das iranische Staatsfernsehen verkündete die teilweise Sperrung der geostrategisch kritischen Straße von Hormus unter dem Vorwand von “Sicherheitsgründen” und der Durchführung eines Militärmanövers.5 Der geistliche Führer des Iran reagierte auf US-Drohungen mit der unmissverständlichen Warnung, dass die Waffen, die Kriegsschiffe versenken können, noch gefährlicher seien als die Schiffe selbst.6
Für den globalen Ölmarkt transformiert dieser Konflikt abstrakte geopolitische Risiken in eine unmittelbare physische Bedrohung der wichtigsten Energieschlagader der Welt. Die nachfolgende Analyse wird die historischen, fundamentalen und fiskalischen Parameter dieser Krise dekonstruieren, um eine präzise, szenariobasierte Prognose für die Entwicklung der Ölpreise im restlichen Jahresverlauf 2026 zu generieren und die direkten Konsequenzen für den Endverbraucher und Autofahrer in Deutschland detailliert zu quantifizieren. Diese Auswertung ist so strukturiert, dass sie professionellen analytischen Standards genügt, jedoch in ihrer Kausallogik auch für Fachfremde vollständig nachvollziehbar bleibt.
Historische Krisenarchitektur: Empirische Muster von Ölpreisschocks
Um die zukünftige Trajektorie der Ölpreise verlässlich zu modellieren, ist eine tiefgreifende empirische Analyse vergangener militärischer und politischer Krisen im Nahen Osten unerlässlich. Historische Preisschocks liefern entscheidende Blaupausen für das Verhalten von Risikoprämien (dem sogenannten “War Premium”), die Reaktionen von Marktteilnehmern auf Unsicherheit und die Elastizität der globalen Lieferketten bei plötzlichen Angebotsausfällen.
Die Ölpreiskrisen der 1970er Jahre bilden das Fundament des modernen Verständnisses von Energiesicherheit. Die Krise von 1973, ausgelöst durch den Yom-Kippur-Krieg und das nachfolgende Embargo der arabischen Erdölexporteure (OAPEC), sowie der zweite Schock von 1979 infolge der Islamischen Revolution im Iran, waren durch massive, absolute physische Verknappungen charakterisiert.7 Die Rohölimporte in Länder wie Deutschland schwankten drastisch, und der Ölpreis vervielfachte sich innerhalb kürzester Zeit.8 Die Bundesregierung reagierte 1974 auf die durch die erste Krise ausgelösten rezessiven Tendenzen mit einem Konjunkturprogramm im Umfang von 1,73 Milliarden D-Mark (etwa 0,17 Prozent des damaligen Bruttoinlandsprodukts) sowie langfristigen Förderprogrammen zur Diversifizierung der Energieversorgung.7 Diese historischen Episoden belegen, dass dauerhafte physische Ausfälle unweigerlich zu stagflationären Zyklen (einer Kombination aus wirtschaftlicher Stagnation und hoher Inflation) in westlichen Industrienationen führen.
Die präziseste historische Analogie zur aktuellen Krise des Jahres 2026 bietet jedoch der Erste Golfkrieg von 1990/1991. Am 2. August 1990 marschierten irakische Truppen in Kuwait ein, was zur unmittelbaren Verhängung von UN-Sanktionen führte. Diese Sanktionen nahmen praktisch über Nacht rund 4,3 Millionen Barrel pro Tag (b/d) vom Weltmarkt – ein Volumen, das damals etwa 7 Prozent der globalen Weltproduktion entsprach.9 Die Reaktion der Märkte war beispiellos und folgte einem charakteristischen Muster psychologischer Unsicherheit: Der durchschnittliche monatliche Ölpreis stieg von 17 US-Dollar pro Barrel im Juli 1990 auf 28 US-Dollar am 6. August und erreichte schließlich Mitte Oktober 1990 einen dramatischen Höchststand von 46 US-Dollar pro Barrel.9
Interessanterweise war diese extreme Preisspitze nur von kurzer Dauer. Die sogenannte Futures-Kurve am Ölmarkt geriet in eine steile “Backwardation”.11 In einem normalen Markt (Contango) steigen die Preise für zukünftige Liefermonate an, um die Lagerkosten zu decken. In einer Backwardation-Phase sind jedoch sofortige, kurzfristige Lieferungen weitaus teurer als spätere Kontrakte, da Händler eine extreme Prämie für die unmittelbare physische Sicherheit der Versorgung zahlen, während sie langfristig davon ausgehen, dass sich die Krise löst.11 Genau dies geschah ab Ende 1990: Durch die erfolgreiche Vorbereitung der US-geführten militärischen Intervention (Operation Desert Storm) und die rasche Mobilisierung von Reservekapazitäten durch Saudi-Arabien begannen die Preise bereits zu fallen, noch bevor die Produktion in Kuwait und im Irak physisch wiederhergestellt war.9 Bereits Anfang 1991 hatte der Markt die Verluste vollständig kompensiert, was beweist, dass die Antizipation künftiger Sicherheit den Preis stärker beeinflusst als die momentane physische Knappheit.
Ein weiteres Lehrstück liefert der Zweite Golfkrieg von 2003. Auch hier durchlebten die Märkte im Vorfeld der US-Invasion extreme Anspannungen. Der Ölpreis stieg von einem Tiefpunkt von 25,36 US-Dollar im November 2002 auf einen Spitzenwert von 37,87 US-Dollar am 12. März 2003, nur wenige Tage vor Beginn der Kampfhandlungen.12 Nach Beginn der Intervention fiel der Preis jedoch rasch wieder in einen Korridor von 22 bis 28 US-Dollar zurück.12
Die Übertragung dieser empirischen Erkenntnisse auf den Februar 2026 erfordert jedoch Nuancierung. Zwar ist der heutige globale Ölmarkt deutlich liquider, flexibler und weniger abhängig vom Nahen Osten als noch in den 1970er oder 1990er Jahren, doch die Involvierung des Irans generiert ein völlig neuartiges, asymmetrisches Risikoprofil. Während der Irak im Jahr 1990 “nur” 7 Prozent der Produktion vom Markt nahm, verfügt der Iran im Jahr 2026 durch seine geostrategische Kontrolle über die Straße von Hormus über die theoretische Fähigkeit, bis zu 20 Prozent der globalen Ölversorgung als Geisel zu nehmen.13 Wenn die Preisreaktion im Jahr 2026 modelliert wird, muss daher zwingend zwischen der isolierten Zerstörung iranischer Förderanlagen (ähnlich dem Szenario 1990) und einem logistischen Systemkollaps (dauerhafte Sperrung von Hormus) unterschieden werden.
Fundamentaldaten des Weltmarktes vor der Eskalation (Status quo Anfang 2026)
Um das Ausmaß und die Dynamik des Preisschocks akkurat zu kalibrieren, muss die fundamentale Basislinie des globalen Ölmarktes in den Wochen vor dem Angriff am 28. Februar 2026 definiert werden. Bemerkenswerterweise und im starken Kontrast zu früheren Krisen traf dieser geopolitische Schock auf einen Weltmarkt, der fundamental von einer signifikanten Überversorgung und einer tiefgreifend bearishen (pessimistischen) Stimmung bei Analysten und Händlern geprägt war.
Das strukturelle Überangebot und US-Produktionsvolumina
Die US-amerikanische Energy Information Administration (EIA) prognostizierte in ihrem Short-Term Energy Outlook (STEO) von Februar 2026, dass die globale Produktion von Erdöl und anderen flüssigen Brennstoffen die weltweite Nachfrage im Laufe der Jahre 2026 und 2027 kontinuierlich übersteigen würde.15 Dieses Überangebot führte bei der EIA zu der Annahme, dass der Preis für die internationale Referenzsorte Brent, der im Jahr 2025 noch durchschnittlich bei 69 US-Dollar pro Barrel (bbl) lag, im Jahr 2026 auf durchschnittlich 58 US-Dollar und im Jahr 2027 weiter auf 53 US-Dollar fallen würde.15
Ein Haupttreiber dieses Preisverfalls war die anhaltend hohe US-Rohölproduktion. Obwohl die EIA für 2026 einen leichten Rückgang der US-Produktion um etwa 100.000 b/d vorhersah, stabilisierte sich die Fördermenge auf einem historisch extrem hohen Niveau von durchschnittlich 13,5 Millionen Barrel pro Tag.17 Diese massiven Volumina, die den Höhepunkt von vier Jahren kontinuierlichen Wachstums – vornehmlich getrieben durch das Permian Basin in Texas und New Mexico – markieren, schufen ein robustes Gegengewicht zu den traditionellen Produzenten im Nahen Osten.17
Zusätzlich zu den USA verzeichnete der Weltmarkt signifikante Produktionsausweitungen aus Nicht-OPEC+-Staaten, insbesondere in Südamerika. Die dynamische Steigerung der Ausbeute in aufstrebenden Ölnationen wie Guyana, Brasilien und Argentinien trug maßgeblich dazu bei, dass sich die globalen Lagerbestände (Inventories) aufbauten, was die Preise seit Anfang 2024 graduell nach unten drückte.15 Einzig der strategische Aufbau von Ölreserven durch die Volksrepublik China, die die niedrigen Preise nutzte, um ihre nationalen Lagerbestände zu füllen, fungierte als sekundäre Nachfragequelle und verhinderte einen noch drastischeren Preisverfall.15
| Makroökonomische und energiemarktspezifische Prognosen der EIA (STEO Februar 2026) vor der Eskalation | 2025 (Historisch) | 2026 (Prognose) | 2027 (Prognose) |
| Durchschnittlicher Brent-Rohölpreis (USD/Barrel) | 69,00 15 | 58,00 15 | 53,00 15 |
| US-Rohölproduktion (Millionen Barrel pro Tag) | 13,60 17 | 13,50 17 | N/A |
| US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) Wachstum (%) | N/A | 2,4 16 | 2,0 16 |
| US-Erdgaspreis (Henry Hub, USD/MMBtu) | N/A | ~4,30 16 | ~4,40 16 |
| Heizgradtage (Heating Degree Days) in den USA | N/A | 4.084 16 | 3.918 16 |
Die Architektur der OPEC+ und das Management freier Kapazitäten
Aufgrund des drohenden Preisverfalls durch das westliche Überangebot sah sich die Allianz der OPEC+ (Organisation erdölexportierender Länder und ihrer Partner, primär Russland) zu einem strengen Angebotsmanagement gezwungen. In einer wegweisenden virtuellen Zusammenkunft am 1. Februar 2026 evaluierten acht Kernmitglieder des Kartells die globalen Marktbedingungen.18 Die Teilnehmer – Saudi-Arabien, Russland, der Irak, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Kuwait, Kasachstan, Algerien und Oman – bekräftigten ihren Beschluss vom 2. November 2025, die schrittweise Rücknahme von freiwilligen Produktionskürzungen im Umfang von 1,65 Millionen b/d bis in den März 2026 hinein vollständig auszusetzen.18
Diese rigorose Quotenpolitik führte zu folgenden stabilisierten Produktionszielen für den März 2026:
| OPEC+ Kernmitglied | Produktionsziel März 2026 (Millionen Barrel pro Tag) | Referenz |
| Saudi-Arabien | 10,10 | 19 |
| Russland | 9,60 | 19 |
| Irak | 4,30 | 19 |
| Vereinigte Arabische Emirate (VAE) | 3,40 | 19 |
| Kuwait | 2,60 | 19 |
| Kasachstan | 1,60 | 19 |
Das Einfrieren der Produktionsquoten auf diesem reduzierten Niveau generierte eine entscheidende Variable für die Bewältigung der aktuellen Krise: eine signifikante “Spare Capacity” (freie Reservekapazität). Die EIA aktualisierte Ende 2025 ihre Methodik zur Erfassung dieser Kapazitäten und definierte die “maximale nachhaltige Kapazität” als die Produktionsrate, die innerhalb eines Jahres erreicht und gehalten werden kann.20 Infolge der Quoten lag die effektive Reservekapazität der OPEC im Jahr 2026 auf einem komfortablen Niveau, wobei allein Saudi-Arabien in der Lage wäre, seine Produktion theoretisch rasch um ein bis zwei Millionen Barrel pro Tag hochzufahren, um Marktdefizite auszugleichen.
In einem normalen Marktumfeld würde diese Reservekapazität einen massiven Preisanstieg nach dem Ausfall Irans (der zuletzt etwa 3,45 Millionen b/d produzierte 21) zuverlässig verhindern. Das zentrale und ungelöste strategische Dilemma im März 2026 besteht jedoch darin, dass sich nahezu diese gesamten Reservekapazitäten – von Saudi-Arabien über den Irak bis zu den VAE und Kuwait – geografisch im Persischen Golf befinden. Sollte der Iran im Zuge der Kampfhandlungen die maritimen Transportwege blockieren, ist diese freie Kapazität auf dem Weltmarkt physisch nicht verfügbar. Die Pufferwirkung des Kartells wird durch die Geografie neutralisiert.
Internationale Substitutionsparameter und geopolitische Verschiebungen
Ein anhaltender Ausfall der iranischen Ölexporte oder gar weitreichende logistische Störungen im Persischen Golf zwingen den Markt, alternative Beschaffungsquellen jenseits der arabischen Halbinsel zu evaluieren. Die globale politische und technologische Landschaft von 2026 schränkt die theoretischen Ausweichmöglichkeiten in ihrer Kurzfristigkeit jedoch drastisch ein. Drei zentrale Akteure stehen hierbei im Fokus der analytischen Betrachtung: die US-amerikanische Fracking-Industrie, Venezuela und Russland.
US-Fracking: Technologisches Potenzial trifft auf Inelastizität
Das Hydraulic Fracturing (Fracking) in den USA ist zu einem gigantischen Industriezweig angewachsen, dessen globaler Marktwert für das Jahr 2026 auf 21,13 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, getrieben durch kontinuierliche Bemühungen, Förderkosten zu senken und das enorme Potenzial in Becken wie dem Permian Basin auszuschöpfen.22 Unternehmen wie Halliburton bieten vollumfängliche Flotten zur Bohrlochstimulation an, und fast ein Drittel der gesamten US-Rohölproduktion stammt aus den dichten Schiefergesteinsformationen (Tight Gas und Shale Oil) im Westen von Texas und im Südosten von New Mexico.22
Wenn die globalen Ölpreise in Folge des Iran-Krieges in die Höhe schnellen, werden US-Unternehmen zweifellos reagieren, indem sie ruhende Bohrtürme (Rigs) wieder in Betrieb nehmen und neue Bohrprojekte initiieren, da die Profitmargen in diesem Preissegment exponentiell steigen. Das fundamentale Problem in einer geopolitischen Akutkrise ist jedoch die zeitliche Inelastizität der Schieferölproduktion. Im Gegensatz zu konventionellen Ölquellen im Nahen Osten, bei denen oft nur ein Ventil aufgedreht werden muss (“Turn-on-the-tap”-Kapazität), erfordert das Fracking erhebliche Vorlaufzeiten. Von der Investitionsentscheidung über das Verlegen der Bohrtürme, das Fracking selbst (das Einpressen von Flüssigkeiten unter extremem Druck zum Aufbrechen des Gesteins) bis hin zur Installation der Pipeline-Anbindung vergehen in der Regel sechs bis neun Monate. Das US-Fracking kann somit im späten vierten Quartal 2026 oder im Jahr 2027 preisdämpfend wirken, ist aber völlig unfähig, einen plötzlichen, millionenschweren Angebotsschock in den ersten kritischen Wochen und Monaten nach dem 28. Februar 2026 abzufedern.
Venezuela: Die Illusion der raschen Rettung
Oft wird Venezuela aufgrund seiner gigantischen unterirdischen Reserven als logischer Ausweichkandidat für westliche Märkte diskutiert. Auch im Jahr 2026 forderte die venezolanische Übergangspräsidentin im Zuge einer angestrebten “Agenda der Zusammenarbeit” ein vollständiges Ende der lähmenden US-Sanktionen.23 Die empirische Realität vor Ort zerstört jedoch jegliche Hoffnung auf eine schnelle Substitution iranischer Mengen.
Obwohl das Land auf eine 100-jährige Geschichte in der Erdölförderung zurückblickt und diese strategische Ressource von der Regierung in Caracas im Überlebenskampf stark verteidigt wird 24, ist die physische Förderkapazität tiefgreifend beeinträchtigt. Im späten Jahr 2025 schnürte US-Präsident Trump die Sanktionen gegen Venezuela weiter zu, indem er neue Restriktionen gegen chinesische Reedereien und Tanker der sogenannten “Schattenflotte” erließ.25 Dies führte zu einer sofortigen logistischen Sättigung der venezolanischen Lagerkapazitäten, da das Land ohne die notwendigen Importe von Verdünnungsmitteln (“Diluents”), die zur Aufbereitung und zum Transport des zähen venezolanischen Schweröls zwingend notwendig sind, nicht exportieren konnte. Die Produktion, die einen Großteil des Jahres 2025 bei etwa 1 Million b/d verharrte, fiel im Dezember 2025 auf rund 800.000 b/d zurück.25 Energy Aspects prognostizierte einen weiteren Verfall auf 950.000 b/d oder weniger für Januar 2026.26
Die chronische Unterfinanzierung der staatlichen Ölgesellschaft PDVSA, die desolate Infrastruktur, der Mangel an ausländischem Fachpersonal und das hohe politische Risiko für internationale Investoren bedeuten, dass Venezuela extremen Restriktionen unterliegt.25 Experten gehen davon aus, dass Venezuela erst in den 2030er Jahren wieder ein signifikantes Wachstumspotenzial aufbauen kann, sofern bis dahin tiefgreifende Reformen greifen.27 Für die Lösung der Versorgungskrise des Jahres 2026 ist das Land ein Ausfall.
Russland: Im Labyrinth des Embargos
Die Russische Föderation als drittgrößter Ölproduzent der Welt agiert im Jahr 2026 weiterhin unter den extremen Restriktionen westlicher Sanktionsregime, die nach der Invasion in der Ukraine implementiert wurden. Diese Sanktionen, die auch im Januar 2026 durch Akteure wie die EU und die USA weiter aktualisiert und aufrechterhalten wurden 28, haben ein klares Ziel: Russland sollen die Einnahmen zur Finanzierung seines Militärs entzogen werden.29
Zwar ist es Moskau gelungen, einen massiven Teil seiner Exporte mithilfe einer gigantischen “Schattenflotte” von Tankern nach China und Indien umzuleiten, doch die Öl- und Gaseinnahmen des Kremls sind aufgrund von westlichen Preisdeckeln (Price Caps) und extrem hohen Logistik- und Versicherungskosten stark eingebrochen.29 Sollte der Iran aufgrund der Kriegshandlungen ausfallen, würde insbesondere China einen seiner größten Lieferanten verlieren. Theoretisch könnte Peking dies durch zusätzliche Abnahmen aus Russland kompensieren. Dies würde jedoch nicht zu einer Entlastung des Weltmarktes führen, sondern lediglich die bestehenden globalen Handelsströme weiter zersplittern. Russland produziert bereits nahe am Maximum seiner OPEC+-Quote und verfügt aufgrund mangelnder westlicher Technologieimporte zur Erschließung neuer arktischer und unkonventioneller Felder kaum über freie, ungenutzte Kapazitäten, die kurzfristig in den Markt injiziert werden könnten.
Der kritische Flaschenhals: Die Straße von Hormus und ihre systemische Relevanz
Das dominierende und alles überschattende Risiko im Zuge des Angriffs auf den Iran ist nicht der isolierte Verlust der iranischen Rohölexporte, sondern die drohende Schließung der Straße von Hormus. Die Meldung vom 28. Februar 2026, dass der Iran diese Meerenge während eines Militärmanövers aus “Sicherheitsgründen” teilweise gesperrt und in diesem Zusammenhang Raketen abgefeuert hat 5, ist der gefährlichste Katalysator für einen globalen Wirtschaftsschock.
Die Straße von Hormus ist das Nadelöhr der globalisierten Energiewirtschaft. Sie verbindet den Persischen Golf im Norden mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer im Süden. An ihrer engsten Stelle ist die Wasserstraße gerade einmal 33 Kilometer breit, wodurch Schiffe gezwungen sind, durch schmale, streng definierte Verkehrstrennungsgebiete in unmittelbarer Nähe zur iranischen Küste zu navigieren.14
Die statistische Relevanz dieses Chokepoints ist unerreicht: Im Jahr 2024 passierten täglich rund 20 Millionen Barrel Rohöl und Kondensate diese Meerenge.13 Dies entspricht etwa 20 Prozent des weltweiten Verbrauchs an flüssigen Erdölprodukten und einem jährlichen Handelsvolumen von annähernd 500 Milliarden US-Dollar.14 Saudi-Arabien allein leitet etwa 89 Prozent seiner Golf-Exporte durch diesen Korridor, was rund 5,8 Millionen b/d entspricht.31 Darüber hinaus ist die Straße von Hormus nicht nur für Öl, sondern auch für verflüssigtes Erdgas (LNG) von existenzieller Bedeutung. Ungefähr ein Fünftel der weltweiten LNG-Verschiffungen, zum absoluten Großteil aus Katar stammend, durchqueren diese Passage.14
Eine Unterbrechung trifft die asiatischen Wirtschaftsmächte am härtesten. Über 80 Prozent der Energieexporte, die Hormus passieren, sind für asiatische Märkte bestimmt, wobei China, Indien, Japan und Südkorea rund 69 Prozent der Rohöl- und Kondensatströme absorbieren.14 Wenn diese Industrienationen von ihren Hauptversorgern im Golf abgeschnitten werden, entsteht eine panische Nachfrageverschiebung (Arbitrage) auf die verbleibenden freien Marktkapazitäten im Atlantikbecken (wie Brent oder US WTI). Dies zieht die Preise in Europa und Nordamerika durch eine bieterwettbewerbliche Kettenreaktion synchron mit in die Höhe.
Die US-Energiebehörde stellt lapidar fest, dass es extrem wenige alternative Optionen gibt, um das Öl aus der Golfregion abzutransportieren, falls Hormus geschlossen wird.14 Existierende Pipelines, wie die Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien (Petroline) zum Roten Meer oder die Abu Dhabi Crude Oil Pipeline in den VAE, verfügen nur über begrenzte Umgehungskapazitäten, die den Ausfall von 20 Millionen b/d nicht im Ansatz kompensieren können.
In den Marktmodellen führender Institutionen wird dieses Sperrungsrisiko als apokalyptisches Szenario gehandelt. Die US-Investmentbank Goldman Sachs warnt davor, dass selbst eine kurze Störung mit anschließender Deeskalation zu einer Risikoprämie von 20 bis 40 US-Dollar pro Barrel führt.32 Bei einer anhaltenden Sperrung rechnen die Analysten mit einem Anstieg in den Bereich von 100 bis 120 US-Dollar, und falls Infrastruktur in der Region dauerhaft zerstört wird, wird die Marke von 120 US-Dollar weit überschritten.32 Noch drastischer fällt die Warnung europäischer Ökonomen aus: Robin Winkler, Chefvolkswirt für Deutschland bei der Deutschen Bank, und Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING Bank, prognostizieren bei einer erfolgreichen Blockade der Straße von Hormus einen kurzfristigen Anstieg des Brent-Preises auf 120 US-Dollar.33 Bei einer längeren Unterbrechung der Schifffahrtsroute bis Ende des Jahres 2026 rechnet Brzeski mit einer nie dagewesenen Rekordmarke von bis zu 150 US-Dollar pro Barrel.33 Der bisherige historische Höchststand des Brent-Preises wurde im Vorfeld der Finanzkrise 2008 mit knapp unter 150 US-Dollar erreicht.33
Angriff Iran Ölpreis: Szenariobasierte Ölpreisprognose für den restlichen Jahresverlauf 2026
Basierend auf der Synthese der historischen Erfahrungen (insbesondere 1990/91), den fundamentaldaten des Jahres 2026 (Überangebot, aber fixierte OPEC-Kapazitäten) und den Modellierungen der globalen Investmentbanken lassen sich für den restlichen Jahresverlauf 2026 drei konkrete Entwicklungspfade für den Ölpreis (Referenzsorte Brent) ableiten.
Szenario A: Kurzfristige Störung und rasche Deeskalation (Baseline-Szenario)
In diesem Szenario bleibt der Konflikt asymmetrisch und regional begrenzt. Die Luftschläge der USA und Israels konzentrieren sich auf militärische, nukleare und nachrichtendienstliche Infrastrukturen des Irans, umgehen jedoch die sensiblen Ölexportterminals auf der Insel Kharg. Die iranische Führung nutzt die Sperrung von Hormus lediglich als temporäres politisches Druckmittel für wenige Tage (“Säbelrasseln”), kapituliert aber vor der überlegenen maritimen Präsenz der USA und öffnet den Transit rasch wieder.
Der Ölmarkt reagiert mit einem klassischen “Knee-Jerk-Spike” (Reflexreaktion) in den ersten Handelstagen nach dem Angriff, wie von Analysten wie Vandana Hari prognostiziert.34 Der Brent-Preis springt aufgrund der Unsicherheit auf 80 bis 85 US-Dollar pro Barrel, da Händler eine kurzlebige Kriegs-Risikoprämie (War Premium) einpreisen. Da das Angebot jedoch nicht physisch schrumpft und der Markt zuvor auf einen Preisverfall auf 58 US-Dollar ausgerichtet war 15, normalisiert sich die Lage bis Mitte 2026.
- Prognose Q2 2026: 80 – 85 USD/bbl
- Prognose Ende 2026: 65 – 75 USD/bbl (Der strukturelle Preisverfall wird durch anhaltende geopolitische Nervosität gedämpft).
Szenario B: Isolierter Exportausfall des Iran (Mittleres Risiko)
Hier weiten sich die Kampfhandlungen aus, und die USA setzen ihre Strategie der ökonomischen Erdrosselung rigoros durch. Die von Donald Trump angekündigten Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Waren aus Ländern, die Geschäfte mit dem Iran machen 13, zwingen selbst China dazu, den Kauf iranischen Rohöls massiv zu drosseln. Alternativ werden iranische Ölanlagen durch israelische Präventivschläge physisch inaktiviert. Der Iran verliert seine Exportfähigkeit (ca. 1,5 bis 2 Millionen b/d), die Straße von Hormus bleibt jedoch für Schiffe anderer Nationen weitgehend passierbar.
Laut den Modellen von BloombergNEF kann allein dieser Entzug der iranischen Exportmengen den Brent-Preis im zweiten Quartal 2026 auf durchschnittlich 71 US-Dollar treiben.13 Wenn der Konflikt anhält und die Märkte feststellen, dass der Ausfall dauerhaft ist, wird der Puffer der OPEC+ abgebaut. BloombergNEF prognostiziert für diesen Fall, dass der Brent-Preis bis zum vierten Quartal 2026 auf 91 US-Dollar pro Barrel steigen kann.13 Dies deckt sich mit den Erwartungen von Goldman Sachs, die eine anhaltende Krise ohne drastische Schäden an Dritten im Korridor von 85 bis 100 US-Dollar verorten.32
- Prognose Q2 2026: 75 – 90 USD/bbl
- Prognose Ende 2026: ~90 – 100 USD/bbl
Szenario C: Die Straße von Hormus wird blockiert (Worst-Case-Szenario)
Der Iran realisiert seine asymmetrische Drohung, setzt massiv Seeminen ein und greift kommerzielle Tanker mit Schnellbooten und Küstenraketen an. Der internationale Schiffsverkehr zum Erliegen. Die 20 Millionen Barrel aus Saudi-Arabien, Irak, Kuwait und den VAE sitzen am Golf fest.
Dieses Szenario entzieht sich traditionellen Preis-Elastizitäts-Modellen, da die Weltwirtschaft in Panik verfällt. Regierungen der OECD-Staaten würden zwingend die massenhafte Freigabe ihrer Strategischen Ölreserven (Strategic Petroleum Reserves, SPR) koordinieren, was jedoch nur einen temporären psychologischen Effekt hätte. Wie von der Deutschen Bank und ING evaluiert, schießt der Preis in kürzester Zeit auf über 120 US-Dollar und kann bei andauernder Blockade historische 150 US-Dollar erreichen.31
- Prognose Q2 2026: 120 – 140 USD/bbl
- Prognose Ende 2026: > 150 USD/bbl (Gekoppelt mit massiven globalen Rezessionstendenzen).
Mikroökonomische Implikationen: Konsequenzen für den Autofahrer in Deutschland
Die Übertragung globaler Rohölkrisen auf den nationalen Kraftstoffmarkt in Deutschland ist ein komplexer Prozess, der durch die spezifische Steuer- und Abgabenarchitektur der Bundesrepublik maßgeblich beeinflusst wird. Der deutsche Autofahrer ist einer asymmetrischen Belastung ausgesetzt: Geopolitische Preisspitzen kumulieren mit einer politisch gewollten, progressiven Erhöhung der Umweltabgaben, die genau im Jahr 2026 einen neuen Höhepunkt erreicht.
Um die Auswirkungen exakt zu modellieren, muss der Preis für einen Liter Kraftstoff an der Zapfsäule in seine vier fundamentalen Komponenten zerlegt werden:
- Der Netto-Produktpreis (inkl. Deckungsbeitrag): Dies sind die direkten Beschaffungskosten der Mineralölkonzerne auf den Rotterdamer Märkten (ARA-Raum), zuzüglich Transport, Lagerung, Marge und Beimischungsquoten für Biokraftstoffe. Er ist direkt an die Notierungen für Brent und den EUR/USD-Wechselkurs gekoppelt. Fällt der Euro aufgrund der Kriegsunsicherheit gegenüber dem als “Sicherer Hafen” geltenden US-Dollar, verteuert sich das Öl für europäische Käufer zusätzlich, selbst wenn der absolute Dollarpreis stagniert.
- Die CO2-Bepreisung (Brennstoffemissionshandelsgesetz – BEHG): Um die Klimaschutzziele zu erreichen, hat Deutschland einen ansteigenden CO2-Pfad implementiert. Während der Preis pro Tonne CO2 im Jahr 2021 bei 25 Euro startete und 2024 bei 45 Euro lag 35, ist er für das Jahr 2026 gesetzlich in einem Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne festgelegt.36 Legt man das obere Ende des Korridors (65 Euro) zugrunde, ergibt sich eine rein rechnerische Aufschlagerhöhung gegenüber dem Vorjahr, die sich in einer Gesamt-CO2-Belastung von etwa 18 Cent pro Liter Benzin und über 20 Cent pro Liter Diesel manifestiert.
- Die Energiesteuer (ehemals Mineralölsteuer): Im Gegensatz zur CO2-Abgabe ist die Energiesteuer ein absoluter, volumenbasierter Fixbetrag. Gemäß § 2 des Energiesteuergesetzes (EnergieStG) beträgt der Regelsatz für Benzin 654,50 Euro pro 1.000 Liter (entspricht 65,45 Cent pro Liter) und für Dieselkraftstoffe 470,40 Euro pro 1.000 Liter (47,04 Cent pro Liter).39 Eine temporäre Steuersenkung wie der “Tankrabatt” im Sommer 2022 (der die Energiesteuer für drei Monate auf das EU-Minimum reduzierte) 40 ist im Februar 2026 nicht in Kraft.
- Die Mehrwertsteuer (19 %): Die Umsatzsteuer in Deutschland wird auf die Summe aus Produktpreis, CO2-Preis und Energiesteuer erhoben. Dies führt zu einem erheblichen “Steuer-auf-Steuer”-Effekt. Wenn der globale Rohölpreis steigt, erhöht sich nicht nur der Netto-Warenwert, sondern der Staat vereinnahmt proportional auch höhere Mehrwertsteuerbeträge pro getanktem Liter.
| Steuer- und Abgabenentwicklung für Kraftstoffe in Deutschland (Historie und 2026) | 2021 | 2023 | 2024 | 2026 (Aktuell) |
| CO2-Preis pro Tonne (Euro) | 25,00 35 | 30,00 35 | 45,00 35 | 55,00 – 65,00 37 |
| Energiesteuer Benzin (Cent/Liter) | 65,45 | 65,45 | 65,45 | 65,45 39 |
| Energiesteuer Diesel (Cent/Liter) | 47,04 | 47,04 | 47,04 | 47,04 39 |
Als Faustregel in der Modellierung gilt: Ein Anstieg des Rohölpreises um 10 US-Dollar pro Barrel übersetzt sich (bei stabilem Wechselkurs) an der deutschen Tankstelle in einen Preisanstieg von etwa 8 bis 9 Cent pro Liter inklusive Mehrwertsteuer.
Szenario-Übersetzung für die Zapfsäule 2026
Im Falle von Szenario A (Brent bei 85 USD/bbl): Durch den kurzfristigen Schock steigt der Literpreis spürbar an, wird aber durch das grundlegende Überangebot schnell gedeckelt. Die Hauptbelastung für den Autofahrer im Jahr 2026 bleibt die neue Erhöhung der CO2-Steuer auf bis zu 65 Euro/Tonne. Der Preis für einen Liter Super E10 dürfte sich in diesem Szenario verhältnismäßig stabil im Bereich von 1,80 bis 1,95 Euro bewegen, Diesel leicht darunter. Die Bundesregierung hatte im Vorfeld der CO2-Erhöhung für 2026 Entlastungen versprochen 41, diese dämpfen jedoch nicht den Preis an der Zapfsäule, sondern operieren über Mechanismen wie Pendlerpauschalen oder mögliche Klimageldsysteme.
Im Falle von Szenario B (Iran-Ausfall, Brent bei 100 USD/bbl): Sollte sich ein langanhaltender Preis von 100 US-Dollar oder mehr etablieren, greift der massive Mehrwertsteuer-Effekt voll durch. Kraftstoffpreise für Super E10 werden die psychologisch kritische Schwelle von 2,00 Euro nachhaltig überschreiten und sich in einem Korridor von 2,05 bis 2,15 Euro pro Liter einpendeln. In diesem Szenario ist davon auszugehen, dass Verbände aus Wirtschaft, Logistik und Automobilhandel (die ohnehin aufgrund fehlender E-Auto-Kaufprämien um Umsätze bangen 4) massiven politischen Druck auf Berlin ausüben werden, um eine erneute Absenkung der Energiesteuer zu erzwingen, wie sie 2022 praktiziert wurde.
Im Falle von Szenario C (Hormus-Blockade, Brent > 130 USD/bbl): Dieses apokalyptische Marktszenario würde die Mobilitätskosten in Deutschland explodieren lassen. Ein Rohölpreis von 130 bis 150 US-Dollar pro Barrel, gekoppelt mit einem potenziell schwachen Euro, würde die Benzin- und Dieselpreise auf nie dagewesene Höhen von 2,40 bis 2,70 Euro pro Liter katapultieren. Dies würde nicht nur private Haushalte extrem belasten, sondern die Transport- und Logistikkosten für die gesamte Wirtschaft drastisch erhöhen. Die Folge wäre eine sofortige sekundäre Inflationswelle bei Gütern des täglichen Bedarfs. Der Umstieg auf reine Elektrofahrzeuge, deren Halter bis 2030 weiterhin von der kompletten Kfz-Steuerbefreiung profitieren 42, würde ökonomisch deutlich attraktiver, jedoch würde die allgemeine Konsumschwäche in einer durch den Ölschock ausgelösten Rezession die Anschaffung von Neuwagen massiv bremsen.
Makroökonomische Synthese und abschließende Bewertung
Die Eskalation im Nahen Osten am 28. Februar 2026 zwingt die Weltwirtschaft in eine Phase akutester Verwundbarkeit. Die Ereignisse demonstrieren die Fragilität einer Energieversorgung, die trotz des massiven Ausbaus der erneuerbaren Energien und der US-Fracking-Industrie in ihrer logistischen Umsetzung weiterhin am Tropf geografischer Nadelöhre hängt.
Während die US-EIA noch im Februar 2026 aufgrund steigender globaler Produktionen und moderater Nachfrage von einem sinkenden Preisniveau auf 58 US-Dollar pro Barrel im Jahresverlauf ausging 16, hat der direkte militärische Angriff auf den Iran diese Modelle obsolet gemacht. Die historische Analyse belegt, dass Märkte in Kriegssituationen nicht auf physische Knappheiten warten, sondern Prämien für die pure Unsicherheit der zukünftigen Verfügbarkeit zahlen (Backwardation).
Die fundamentale Rettung der Weltwirtschaft im Jahr 2026 hängt exklusiv davon ab, ob die Straße von Hormus offen bleibt. Das globale System verfügt durch die rigide Quotenpolitik der OPEC+ über ausreichend Puffer (freie Kapazitäten, primär in Saudi-Arabien), um den isolierten Ausfall der iranischen Fördermenge von gut 3,4 Millionen b/d problemlos zu kompensieren. Auch die Ausweichkapazitäten der USA (Fracking) werden im Laufe des Jahres 2027 zusätzliche Entlastung bringen können. Venezuela und Russland hingegen fallen als kurzfristige Retter aufgrund von Sanktionen und infrastrukturellem Zerfall vollständig aus.
Sobald jedoch der Transportweg durch den Persischen Golf durch asymmetrische iranische Kriegführung blockiert wird, nutzen alle Reservekapazitäten der Welt nichts mehr, da das Öl die Verbraucher in Asien, Europa und den USA nicht erreichen kann. In diesem Szenario werden Preisspitzen von 120 bis über 150 US-Dollar pro Barrel unausweichlich, was eine globale Rezession auslösen dürfte.
Der deutsche Endverbraucher blickt somit auf ein Jahr 2026, in dem billiges Tanken eine Illusion bleibt. Selbst im mildesten Deeskalations-Szenario zementiert die inländische Fiskalarchitektur – insbesondere die Erhöhung der CO2-Steuer auf bis zu 65 Euro pro Tonne und der Steuer-auf-Steuer-Effekt der Mehrwertsteuer – eine rigide Preisuntergrenze von knapp 1,90 Euro für Super E10. Geopolitische Risikoprämien setzen auf diesem inländischen Sockel auf. Für die politische und wirtschaftliche Elite in Berlin bedeutet dies die Rückkehr des energiepolitischen Krisenmanagements, bei dem zwischen der Aufrechterhaltung klimapolitischer Preissignale und der Vermeidung von sozialer Überforderung an der Zapfsäule abgewogen werden muss.
Referenzen
- 28. Februar 2026 – Die internationale Presseschau, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.deutschlandfunk.de/die-internationale-presseschau-8808.html
- News-Ticker: Angriff auf den Iran, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.antenneduesseldorf.de/artikel/news-ticker-angriff-auf-den-iran-2586770
- Newsblog – Nach Luftangriffen durch USA und Israel: Iran beginnt mit Gegenangriff – Explosionen in mehreren Golfstaaten gemeldet, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.deutschlandfunk.de/nach-luftangriffen-durch-usa-und-israel-iran-beginnt-mit-gegenangriff-explosionen-in-mehreren-golfst-100.html
- DTS Nachrichtenagentur, Autor bei Presse Augsburg, Zugriff am Februar 28, 2026, https://presse-augsburg.de/author/dts/
- Iran sperrt Straße von Hormus teilweise für Militärmanöver – Video | GMX.AT, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.gmx.at/magazine/politik/videos/iran-sperrt-strasse-hormus-teilweise-militaermanoever-41911434
- Straße von Hormus kurzzeitig gesperrt – YouTube, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.youtube.com/watch?v=yyUlekTd684
- Politische Maßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung der Ölpreiskrisen von 1973 und 1979 – Deutscher Bundestag, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.bundestag.de/resource/blob/924658/e933de3aec6892f4ecda22a3782ab863/WD-1-035-22-pdf-data.pdf
- Die aktuelle Energiekrise im Kontext der Ölpreiskrise der 1970er Jahre – ifo Institut, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.ifo.de/DocDL/ifoDD_23-02_22-25_Landsberger.pdf
- 1990 oil price shock – Wikipedia, Zugriff am Februar 28, 2026, https://en.wikipedia.org/wiki/1990_oil_price_shock
- Who Caused the August 1990 Spike in Oil Prices? – Econlib, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.econlib.org/archives/2014/06/who_caused_the.html
- Oil Prices and the Iraq War: Market Interpretations of Military Developments – Columbia International Affairs Online, Zugriff am Februar 28, 2026, https://ciaotest.cc.columbia.edu/olj/si/si_2_4/si_2_4_lor01.pdf
- The Impacts of Wars on Oil Prices – Atlantis Press, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.atlantis-press.com/article/125975825.pdf
- Oil Can Hit $91 a Barrel in Late 2026 on Iran Disruption …, Zugriff am Februar 28, 2026, https://about.bnef.com/insights/commodities/oil-can-hit-91-a-barrel-in-late-2026-on-iran-disruption/
- Strait of Hormuz tensions: Impact on global oil prices amid Iran-US standoff, Zugriff am Februar 28, 2026, https://gulfnews.com/business/energy/strait-of-hormuz-tensions-impact-on-global-oil-prices-amid-iran-us-standoff-1.500452703
- EIA forecasts lower oil prices in 2026 and 2027 due to persistent stock builds, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.eia.gov/todayinenergy/detail.php?id=67164
- Short-Term Energy Outlook – U.S. Energy Information Administration (EIA), Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.eia.gov/outlooks/steo/
- EIA forecasts U.S. crude oil production will decrease slightly in 2026 – U.S. Energy Information Administration (EIA), Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.eia.gov/todayinenergy/detail.php?id=66844
- Press Releases – OPEC.org, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.opec.org/pr-detail/589-1-february-2026.html
- OPEC+ reaffirms crude oil production freeze through March 2026 – Enerdata, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.enerdata.net/publications/daily-energy-news/opec-reaffirms-production-freeze-through-march-2026.html
- EIA updates its definitions and estimates of OPEC crude oil production capacity – U.S. Energy Information Administration (EIA), Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.eia.gov/todayinenergy/detail.php?id=66904
- Oil Market Report – February 2026 – Analysis – IEA, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.iea.org/reports/oil-market-report-february-2026
- Marktgröße, Prognose für Hydraulic Fracturing | Statistik bis 2034, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.fortunebusinessinsights.com/de/industrie-berichte/hydraulic-fracturing-markt-100419
- „Agenda der Zusammenarbeit“: Venezuelas Übergangspräsidentin fordert Ende von US-Sanktionen – Tagesspiegel, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.tagesspiegel.de/internationales/agenda-der-zusammenarbeit-venezuelas-ubergangsprasidentin-fordert-ende-von-us-sanktionen-15298582.html
- Venezuela and Iran: oil and survival – Peoples Dispatch, Zugriff am Februar 28, 2026, https://peoplesdispatch.org/2026/02/03/venezuela-and-iran-oil-and-survival/
- Venezuela’s oil: evolution, scenarios and international repercussions – Real Instituto Elcano, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.realinstitutoelcano.org/en/analyses/venezuelas-oil-evolution-scenarios-and-international-repercussions/
- Iran Venezuela Oil Supply Disruptions Impact Markets – Discovery Alert, Zugriff am Februar 28, 2026, https://discoveryalert.com.au/energy-market-volatility-2026-iran-venezuela-disruptions/
- Oil Markets in 2026: Venezuela, Iran, and What Comes Next for Global Supply – YouTube, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.youtube.com/watch?v=BobXMT2-J0Y
- Russia/Ukraine Sanctions Update – Month of January 2026 | Insights – Mayer Brown, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.mayerbrown.com/en/insights/publications/2026/01/russiaukraine-sanctions-update–month-of-january-2026
- Russlands Öl- und Gaseinnahmen brechen ein – FOCUS online, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.focus.de/finanzen/russlands-oel-und-gaseinnahmen-brechen-ein_ea806015-e20a-4118-acc4-cd4b2479b02d.html
- Wichtige Schifffahrtsroute teils gesperrt: Iran feuert bei Marinemanöver Raketen auf Ziele in Straße von Hormus – Tagesspiegel, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.tagesspiegel.de/internationales/wichtige-schifffahrtsroute-teils-gesperrt-iran-feuert-bei-marinemanover-raketen-auf-ziele-in-strasse-von-hormus-15260447.html
- If Trump Strikes Iran: Mapping the Oil Disruption Scenarios – CSIS, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.csis.org/analysis/if-trump-strikes-iran-mapping-oil-disruption-scenarios
- Geostrategic Chokepoint: The Strait of Hormuz The Most Well-Supplied Oil Market in History Rising Risk of Global Supply Shock – MUFG Americas, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.mufgamericas.com/sites/default/files/document/mufgamericas_com/2026-02/Chart_of_the_Day_2_19_%20Strait_of_Hormuz_Closure_Would_be_Different.pdf
- Blockade der Straße von Hormus könnte Ölpreis fast verdoppeln – Börse Frankfurt, Zugriff am Februar 28, 2026, https://live.deutsche-boerse.com/nachrichten/Blockade-der-Strasse-von-Hormus-koennte-Oelpreis-fast-verdoppeln-4fa5a518-af39-4e75-8c22-ef91aacc88a3
- US-Iran war: What will the impact be on oil?, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.thenationalnews.com/business/energy/2026/02/28/us-iran-war-what-will-the-impact-be-on-oil/
- Höhere CO₂-Steuer: Was der Anstieg für Autofahrer bedeutet – ADAC, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/auto-kaufen-verkaufen/kfz-steuer/co2-steuer/
- CO2-Steuer ab 2026 für Heizöl, Benzin & Gas – mit Tabelle | Polarstern Energie, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.polarstern-energie.de/magazin/artikel/co2-bepreisung-nach-heizsystem/
- CO2-Steuer / CO2-Preis 2026 fürs Heizen und Tanken – Finanztip, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.finanztip.de/co2-steuer/
- CO2-Steuer 2026: So teuer wird heizen mit Gas oder Öl – Schwäbisch Hall, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.schwaebisch-hall.de/ratgeber/pflichten-und-regelungen/co2-steuer.html
- Energiesteuergesetz (EnergieStG) § 2 Steuertarif – Gesetze im Internet, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.gesetze-im-internet.de/energiestg/__2.html
- Vorübergehende Absenkung der Energiesteuer für Kraftstoffe | EY – Deutschland, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.ey.com/de_de/technical/newsboard-energiewirtschaft-politik-oeffentlicher-sektor/voruebergehende-absenkung-der-energiesteuer-fuer-kraftstoffe
- Ab 2026: Entlastungen für Verbraucherinnen und Verbraucher trotz steigendem CO 2 -Preis, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.bundesumweltministerium.de/pressemitteilung/ab-2026-entlastungen-fuer-verbraucherinnen-und-verbraucher-trotz-steigendem-co2-preis
- Gesetzliche Neuregelungen Januar 2026 – Bundesregierung, Zugriff am Februar 28, 2026, https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/gesetzliche-neuregelungen-januar-2026-2399838
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