
Umfassende saisonale Bewertung: Winterausblick 2025/2026 für Deutschland: Eine Synthese globaler Treiber und probabilistischer Modellprognosen
I. Zusammenfassung: Ein Winter der gegensätzlichen Einflüsse
Hauptthese: Der Winter 2025/2026 in Deutschland wird voraussichtlich eine Jahreszeit hoher Variabilität sein, die durch eine wahrscheinliche Grundtendenz zu milderen und feuchteren Bedingungen als im langjährigen Mittel gekennzeichnet ist. Diese Grundtendenz wird jedoch wahrscheinlich häufig von einem signifikant erhöhten Risiko für schwere, folgenreiche Kaltluftausbrüche unterbrochen. Die saisonale Durchschnittstemperatur dürfte Perioden extremer Abweichungen von der Norm verschleiern.
Wesentliche Treiber: Die Prognose wird durch das Zusammenspiel von zwei wesentlichen und teilweise widersprüchlichen globalen Treibern bestimmt:
- Ein sich entwickelndes schwaches bis mäßiges La-Niña-Ereignis im äquatorialen Pazifik, das den großräumigen atmosphärischen Rahmen vorgibt.
- Eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen schwächer als normalen stratosphärischen Polarwirbel, der als „Wildcard“ fungiert und in der Lage ist, das Grundmuster zu überlagern und starke arktische Luftmassen nach Europa zu lenken.
Modellsynopse: Während führende saisonale Modelle wie das des ECMWF/Copernicus aufgrund einer Tendenz zu einer verstärkten zonalen (westlichen) Strömung eine wärmer als durchschnittliche saisonale Mitteltemperatur projizieren, sind die zugrunde liegenden Bedingungen, die blockierende Hochdrucklagen in hohen Breiten – den primären Mechanismus für Kälteperioden – begünstigen, robust. Das höchste Risiko für eine signifikante Kälteperiode konzentriert sich auf den Januar 2026.
Konfidenzniveau: Die Konfidenz in die Entwicklung von La Niña ist hoch. Die Konfidenz in einen schwächer als normalen Polarwirbel ist mäßig bis hoch. Die primäre Unsicherheit und damit der Bereich geringerer Konfidenz liegt im genauen Timing, der Position und der Dauer der resultierenden blockierenden Hochdrucklagen, die Deutschland direkt beeinflussen würden.
II. Analyse globaler Klimatreiber und Telekonnektionen
Dieser Abschnitt legt die wissenschaftliche Grundlage der Prognose durch die Analyse der großräumigen atmosphärischen und ozeanischen Muster, die die Zirkulation der Nordhemisphäre im Winter steuern werden.
2.1 Die El-Niño-Südliche-Oszillation (ENSO): Die La-Niña-Grundlage
Aktueller Status & Prognose: Die Analyse der neuesten Daten des Climate Prediction Center (CPC) der NOAA bestätigt, dass ein Übergang von ENSO-neutralen Bedingungen zu La Niña wahrscheinlich ist.1 Die Wahrscheinlichkeiten werden mit 71 % für den Zeitraum Oktober-Dezember 2025 und leicht sinkend auf 54 % für die Kernwintermonate Dezember-Februar 2025/26 angegeben.1 Dieser Konsens wird von mehreren Modellensembles gestützt, einschließlich des North American Multi-Model Ensemble (NMME), das die Entstehung und das Fortbestehen von La Niña stark favorisiert.1
Erwartete Stärke und Charakter: Das sich entwickelnde Ereignis wird als schwach bis mäßig prognostiziert, nicht als starkes Ereignis.4 Dies ist ein entscheidendes Detail, da schwache La-Niña-Ereignisse variablere und weniger vorhersagbare Auswirkungen auf das europäische Wetter haben können als starke Ereignisse.6 Die Modelle des International Research Institute (IRI) sind etwas konservativer und favorisieren ENSO-neutrale Bedingungen, erkennen aber die steigende Wahrscheinlichkeit einer La-Niña-Entwicklung an.1
Telekonnektionen nach Europa: Der Einfluss von ENSO auf Europa ist indirekt und komplex und wird durch Veränderungen in der globalen atmosphärischen Zirkulation vermittelt.5 Statistisch erhöht La Niña die Wahrscheinlichkeit einer negativen Phase der Nordatlantischen Oszillation (NAO) und fördert blockierende Hochdrucklagen in hohen Breiten, die kältere europäische Winter begünstigen.8 Es stört das typische Jetstream-Muster, aber seine Auswirkungen sind für Europa weniger direkt und variabler als für Nordamerika.5
2.2 Der stratosphärische Polarwirbel: Die folgenreiche Wildcard
Grundlegende Rolle: Der Polarwirbel ist eine großräumige zyklonale Zirkulation in der Stratosphäre, die typischerweise eisige arktische Luft einschließt. Ein starker, stabiler Wirbel führt zu milden Wintern in den mittleren Breiten, während ein schwacher, gestörter Wirbel es der Kaltluft ermöglicht, nach Süden auszubrechen.4
Prognose einer Schwächung: Mehrere Quellen deuten auf eine Prognose für einen schwächer als normalen Polarwirbel für den Winter 2025/26 hin.4 Dies ist eine zentrale Komponente der Prognose, da sie das Potenzial für folgenreiches Kaltwetter einführt, das dem milden Grundsignal einiger Modelle widerspricht.
Der Mechanismus der plötzlichen Stratosphärenerwärmung (SSW): Eine SSW ist ein schnelles Erwärmungsereignis in der polaren Stratosphäre, das dazu führen kann, dass sich der Wirbel verlangsamt, aufspaltet oder umkehrt, was zu einem Zusammenbruch der polaren Zirkulation führt. Diese Störung breitet sich in den folgenden Wochen nach unten in die Troposphäre aus und führt oft zu beständigen blockierenden Mustern und schweren Kälteeinbrüchen in den mittleren Breiten.12
Synergistische Verbindung zwischen La Niña und SSWs: Eine entscheidende Erkenntnis ist die statistische Verbindung zwischen La-Niña-Bedingungen und einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von SSW-Ereignissen. Historisch gesehen haben La-Niña-Winter eine 60-75%ige Chance, eine SSW zu erzeugen.4 Diese Verbindung bedeutet, dass die beiden primären globalen Treiber nicht unabhängig voneinander sind; La Niña selbst bereitet die Atmosphäre für die Art von Störung vor, die zu einem kalten europäischen Winter führen kann.
Unterstützende Faktoren (QBO): Die Prognose einer negativen/östlichen Phase der Quasi-Biennalen Oszillation (QBO) stützt die Hypothese eines schwachen Wirbels zusätzlich. Die östliche QBO ist dafür bekannt, die Ausbreitung planetarer Wellen zu stören, was den Polarwirbel schwächt und die Wahrscheinlichkeit einer SSW erhöht.13
Diese Konstellation führt zu einer scheinbar widersprüchlichen Prognose. Während der saisonale Durchschnitt wahrscheinlich milder als normal ausfällt, ist das Risiko für extreme Kälteperioden deutlich erhöht. Der Grund liegt in der Methodik der saisonalen Modellierung: Die Modelle mitteln ihre zahlreichen Einzelläufe (Ensemble) über einen dreimonatigen Zeitraum, was extreme Ereignisse von kürzerer Dauer tendenziell glättet. Das resultierende wärmere Durchschnittswetter spiegelt das häufigste Wettermuster wider, nämlich eine milde Westströmung. Die globalen Treiber – ein schwacher Polarwirbel und La Niña – erhöhen jedoch signifikant die Wahrscheinlichkeit für ein selteneres, aber weitaus extremeres alternatives Muster: eine blockierende Wetterlage mit einem Kaltluftausbruch. Der Winter wird daher wahrscheinlich nicht gleichmäßig mild sein, sondern zwischen zwei Zuständen pendeln: einer vorherrschenden milden, feuchten Westwetterlage und einer weniger häufigen, aber sehr intensiven blockierten, kalten und trockenen kontinentalen/arktischen Wetterlage. Die Vorbereitung sollte sich daher auf diese Variabilität und die Extreme konzentrieren, nicht nur auf einen leicht wärmeren Durchschnitt.
III. Europäische atmosphärische Zirkulation: Der Konflikt zwischen zonaler Strömung und blockierenden Mustern
Dieser Abschnitt übersetzt die globalen Treiber in die spezifischen atmosphärischen Muster, die Deutschland direkt beeinflussen werden, und konzentriert sich auf den zentralen Konflikt der Winterprognose.
3.1 Der Standardzustand: Verstärkte zonale (westliche) Strömung
ECMWF/Copernicus-Prognose: Die jüngste saisonale Prognose des Copernicus Climate Change Service (C3S) deutet explizit auf „ein Muster verstärkter zonaler atmosphärischer Zirkulation“ für den Zeitraum Dezember-Januar-Februar (DJF) 2025/26 hin.14 Dies ist der Hauptgrund für die Projektion von überdurchschnittlich hohen Temperaturen und Niederschlägen durch das Modell, insbesondere in Nordeuropa.14
Wetterimplikationen für Deutschland: Ein dominantes zonales Strömungsmuster entspricht einer positiven Nordatlantischen Oszillation (NAO). Dies beinhaltet ein starkes Azorenhoch und ein ausgeprägtes Islandtief, was einen kräftigen Jetstream über den Atlantik direkt nach Nordeuropa lenkt.8 Für Deutschland bedeutet dies:
- Temperaturen: Anhaltend mild, ohne signifikante Kälte.
- Niederschlag: Häufige Frontensysteme, die Regen ins Flachland und Schnee nur in den höchsten Lagen bringen.
- Wind: Oft windig, besonders im Norden.
3.2 Der Störungszustand: Blockierende Hochdrucklagen und meridionale Strömung
Mechanismus: Blockierende Ereignisse sind große, beständige, quasi-stationäre Hochdrucksysteme, die die Westströmung blockieren.16 Die Prognose eines schwachen Polarwirbels und von La Niña erhöht die Wahrscheinlichkeit der Bildung dieser blockierenden Hochs über Grönland, Skandinavien oder dem Ural erheblich.13
Wetterimplikationen für Deutschland: Die spezifischen Auswirkungen hängen von der Position des Hochs ab:
- Skandinavien-Block: Dies ist ein klassisches Muster für strenge Kälte in Deutschland. Das Hochdrucksystem im Nordosten lenkt eisige, trockene Kontinentalluft aus Sibirien und der Arktis mit einer östlichen oder nordöstlichen Strömung heran.13 Dies bringt tiefe, anhaltende Kälte, oft mit Sonnenschein, aber sehr niedrigen Temperaturen.
- Grönland-Block (Negative NAO): Dieses Muster zeichnet sich durch hohen Luftdruck über Grönland und tiefen Luftdruck bei den Azoren aus. Es schwächt die Westwinde und öffnet einen Weg für kalte arktische Luft, die mit einer nördlichen Strömung nach Süden in Richtung Europa strömt.16 Dies bringt oft kalte und schneereiche Bedingungen.
Modellsignale für Blockaden: Während der saisonale Durchschnitt des ECMWF eine zonale Strömung zeigt, deuten Analysen von sub-saisonalen Signalen innerhalb der Modellläufe auf ein erhöhtes Risiko für blockierende Lagen hin, insbesondere im Januar 2026. Prognosen zeigen eine Hochdruckanomalie über dem Norden, die eine kältere nördliche/nordöstliche Strömung über den Kontinent treibt.10
Der entscheidende Faktor für den Charakter des Winters ist daher nicht, ob eine blockierende Lage auftritt, sondern deren Beständigkeit und Zeitpunkt. Die zonale Strömung ist der klimatologische Normalzustand für einen europäischen Winter.19 Die globalen Treiber (La Niña, schwacher Wirbel) wirken als Verstärker, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die Atmosphäre von diesem Standardzustand abweicht und in ein blockiertes Regime übergeht.4 Die Klimamodelle selbst zeigen Signale für diese Abweichung. Insbesondere die ECMWF-Prognose für Januar 2026 deutet auf ein „blockierendes Hoch über der Arktis hin, das eine nördliche bis nordöstliche Strömung über Nord-, Mittel- und Westeuropa lenkt“.10 Dies ist ein direkter modellbasierter Hinweis auf einen möglichen Musterwechsel. Da die Häufigkeit von SSWs historisch im Januar und Februar ihren Höhepunkt erreicht 4, würde eine Wirbelstörung Ende Dezember oder Anfang Januar ihre troposphärischen Auswirkungen – also das blockierende Muster und den Kälteeinbruch – am stärksten Mitte bis Ende Januar entfalten. Dies ermöglicht eine chronologische Gliederung der Prognose: Der Dezember wird wahrscheinlich von der zonalen Standardströmung dominiert, der Januar stellt das Zeitfenster mit der höchsten Anfälligkeit für eine beständige Blockade dar, und der Charakter des Februars hängt davon ab, ob sich die Blockade schnell auflöst oder bestehen bleibt.
IV. Synthese der wichtigsten saisonalen Prognosemodelle
Dieser Abschnitt bietet eine detaillierte, vergleichende Analyse der primären Langfristmodelle und geht explizit auf Übereinstimmungen und Abweichungen ein.
4.1 Europäisches Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) / Copernicus C3S
Offizieller saisonaler Ausblick (DJF): Die Prognose vom 10. September zeigt eine hohe Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittliche Temperaturen für fast ganz Europa, einschließlich Deutschland. Die Wahrscheinlichkeit ist in den nördlichen Regionen am höchsten.14 Die Niederschlagsprognose deutet auf eine feuchter als durchschnittliche Saison für Nordeuropa, einschließlich Norddeutschland, hin.14
Interpretation der Anomaliekarten:
- Temperatur 20:
Die Karte zeigt für den größten Teil Deutschlands eine Wahrscheinlichkeit von 40-60 %, dass der Winter im wärmsten Drittel (Terzil) der Klimatologie von 1991-2020 liegen wird. Dies entspricht einer erwarteten Anomalie von +0.5°C bis +1.0°C über die gesamte Saison. - Niederschlag 21:
Die Karte deutet für Nord- und Mitteldeutschland auf eine Wahrscheinlichkeit von 40-50 % hin, dass der Winter im feuchtesten Terzil liegt, was auf überdurchschnittliche Niederschläge schließen lässt. Süddeutschland zeigt gleiche Chancen für unter-, nahe- oder überdurchschnittliche Niederschläge.
Auflösung des Widerspruchs: Der warm/feuchte saisonale Durchschnitt des ECMWF ist ein Produkt seines Ensemble-Mittels, das eine zonale Strömung favorisiert.14 Analysen, die die sub-saisonalen Daten des Modells interpretieren, heben jedoch das erhöhte Potenzial für blockierende Muster und kältere Temperaturen hervor, insbesondere im Januar.4 Die saisonale Prognose sollte als das wahrscheinlichste
durchschnittliche Ergebnis betrachtet werden, während die zugrunde liegenden Treiber auf ein hohes Risiko für signifikante Abweichungen von diesem Durchschnitt für Zeiträume von Wochen hindeuten.
4.2 U.S. National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) / CPC
Primärer Beitrag (ENSO): Der wichtigste direkte Beitrag der NOAA zu einer europäischen Prognose ist ihre weltweit führende ENSO-Analyse. Ihre definitive Prognose eines sich entwickelnden La-Niña-Ereignisses 1 ist ein Eckpfeiler des gesamten globalen Winterausblicks.
Fehlen direkter europäischer Karten: Es ist wichtig zu beachten, dass die detaillierten saisonalen Temperatur- und Niederschlagsanomaliekarten des CPC auf die Vereinigten Staaten und Nordamerika ausgerichtet sind.22 Während einige Quellen diese fälschlicherweise auf Europa anwenden könnten, wird dieser Bericht dies nicht tun. Es wird die globale Treiberanalyse der NOAA verwendet, nicht ihre regionalen Prognosen.
4.3 Deutscher Wetterdienst (DWD): Die nationale Perspektive
Problem der Datenzugänglichkeit: Die direkten saisonalen Prognosekarten des DWD sind über den angegebenen Link als unzugänglich vermerkt.26 Dies ist eine Einschränkung, die anerkannt werden muss.
Synthetisierter Ausblick: Basierend auf verfügbaren Pressemitteilungen und sekundären Berichten im Zusammenhang mit dem DWD scheint der Ausblick des DWD mit dem breiteren europäischen Konsens übereinzustimmen. Berichte erwähnen, dass der DWD einen „tendenziell eher zu warmen“ Start in den Winter erwartet 27 und für den Herbst, der in den Winter führt, überdurchschnittliche Temperaturen prognostiziert hat.28 Dies deutet darauf hin, dass ihre Modelllösung wahrscheinlich der des ECMWF ähnelt und einen wärmer als durchschnittlichen saisonalen Mittelwert favorisiert. In den bereitgestellten Materialien wurde keine spezifische DWD-Prognose für den Niederschlag gefunden.
Tabelle 1: Vergleich der saisonalen Modellausblicke für Deutschland (DJF 2025/26)
| Prognosezentrum | Temperaturanomalie (DJF-Mittel) | Niederschlagsanomalie (DJF-Mittel) | Wichtige Nuance / Vorbehalt |
| ECMWF / Copernicus | Überdurchschnittlich (+0.5 bis +1.0°C) | Überdurchschnittlich (bes. Norden) | Das Ensemble-Mittel verschleiert ein hohes Risiko für eine signifikante Kälteperiode im Januar aufgrund des Potenzials für Blockaden. |
| DWD (abgeleitet) | Überdurchschnittlich | Kein klares Signal gefunden | Stimmt mit dem wärmer als durchschnittlichen Winterstart des ECMWF überein. Direkte Modelldaten nicht verfügbar. |
| NOAA / CPC | N/A für Europa | N/A für Europa | Liefert die grundlegende Prognose für ein schwaches La-Niña, einen wichtigen globalen Treiber. |
| UK Met Office (UKMO) | Überdurchschnittlich | Nahe am Durchschnitt | Das Modell ist für eine anhaltend warme Tendenz bekannt; die Schneefallprognose liegt deutlich unter der des ECMWF.5 |
V. Detaillierte Winterprognose 2025/2026 für Deutschland (Chronologische Gliederung)
Dies ist der zentrale Vorhersageabschnitt, der alle oben genannten Analysen in einen monatlichen Ausblick für Deutschland integriert.
5.1 Dezember 2025: Ein milder und feuchter Start mit zunehmender Volatilität
Dominantes Muster: Der Winter wird voraussichtlich unter einer überwiegend zonalen (westlichen) Strömung beginnen, was mit dem saisonalen Mittel des ECMWF übereinstimmt.
Temperaturanomalie: Wahrscheinlich wärmer als der langjährige Durchschnitt (1991-2020) in ganz Deutschland, möglicherweise um +1.0°C bis +2.0°C.
Niederschlagsausblick: Es wird überdurchschnittlicher Niederschlag erwartet, der hauptsächlich als Regen im Flachland und im Westen fällt. Die ECMWF-Schneefallprognose für Dezember zeigt für einen Großteil des Kontinents weniger Schneefall als normal.5
Schneefallpotenzial: Schnee wird wahrscheinlich auf die höchsten Lagen der Alpen und der Mittelgebirge (z. B. Harz, Erzgebirge) beschränkt sein. Die Wahrscheinlichkeit für „Weiße Weihnachten“ im Flachland ist geringer als im Durchschnitt. Gegen Ende des Monats steigt jedoch das Risiko eines Musterwechsels, der möglicherweise die ersten kälteren Luftvorstöße mit sich bringt.
5.2 Januar 2026: Der entscheidende Monat mit dem höchsten Kälterisiko
Dominantes Muster: Dieser Monat birgt die höchste Wahrscheinlichkeit für einen großen Musterwechsel von einer zonalen Strömung zu einem blockierten, meridionalen Regime. Dies ist das primäre Zeitfenster, in dem sich die Auswirkungen einer potenziellen SSW manifestieren würden.
Temperaturanomalie: Hohes Potenzial für einen Wechsel zu deutlich unterdurchschnittlichen Temperaturen für einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen. Wenn sich ein starker Skandinavien- oder Grönland-Block etabliert, könnten die monatlichen Durchschnittstemperaturen 2-4°C unter der Norm liegen. Dies wäre eine Periode strenger, anhaltender Kälte.
Niederschlagsausblick: Wenn sich eine Blockade etabliert, würde der Niederschlag wahrscheinlich unterdurchschnittlich ausfallen und in Form von trockenem, feinem Pulverschnee auftreten, insbesondere bei einer östlichen Strömung (Kontinentalluft).
Schneefallpotenzial: Das Potenzial für signifikanten und verbreiteten Schneefall, auch im Flachland, ist in diesem Monat am höchsten. Das ECMWF-Modell zeigt für Januar ein „verbessertes Schneefallpotenzial über einem Großteil des Kontinents“, was mit einer Hochdruckanomalie im Norden zusammenhängt.5 Dies könnte zu störenden Schneeereignissen führen.
5.3 Februar 2026: Rückkehr zu milderen Bedingungen oder ein verlängerter Winter?
Dominantes Muster: Die Prognosesicherheit für Februar nimmt deutlich ab. Das wahrscheinlichste Szenario ist ein allmählicher Zusammenbruch eines etablierten blockierenden Musters und eine Rückkehr zu einer mobileren, westlichen Strömung.
Temperaturanomalie: Die Temperaturen werden wahrscheinlich wieder in Richtung des langjährigen Durchschnitts oder leicht darüber tendieren. Sollte sich jedoch ein Januar-Block als ungewöhnlich widerstandsfähig erweisen, könnten kalte Bedingungen bis in die erste Hälfte des Monats andauern.
Niederschlagsausblick: Eine Rückkehr zu einer westlichen Strömung würde überdurchschnittliche Niederschläge mit sich bringen, wobei die Schneefallgrenze mit den moderateren Temperaturen ansteigt.
Schneefallpotenzial: Das Schneefallpotenzial im Flachland wird im Laufe des Monats wahrscheinlich stetig abnehmen. Die Alpen und höheren Mittelgebirge könnten jedoch durch feuchte atlantische Systeme, die auf die verbleibende Kaltluft treffen, erhebliche Schneemengen erhalten.
VI. Zusammenfassung, Konfidenzbewertung und wesentliche Unsicherheiten
Abschließende Synthese: Der Winter 2025/2026 für Deutschland lässt sich am besten nicht durch seinen Durchschnitt, sondern durch sein Potenzial für Volatilität beschreiben. Die übergreifende Prognose ist für einen Winter, der insgesamt etwas milder und feuchter als der klimatologische Durchschnitt von 1991-2020 ausfällt. Dieser scheinbar harmlose Ausblick wird jedoch von einem hochwahrscheinlichen, folgenreichen Risiko von mindestens einem großen, mehrwöchigen Kaltluftausbruch überschattet, der höchstwahrscheinlich im Januar auftreten wird. Diese potenzielle Kälteperiode, angetrieben von einem geschwächten Polarwirbel und verstärkt durch La Niña, könnte schwerwiegend genug sein, um die öffentliche und industrielle Wahrnehmung des gesamten Winters zu prägen.
Konfidenzbewertung:
- Hohe Konfidenz: In der Entwicklung eines schwachen bis mäßigen La-Niña-Ereignisses.
- Mäßige bis hohe Konfidenz: In einem allgemein schwächer als normalen stratosphärischen Polarwirbel, was das Hintergrundrisiko für Störungen erhöht.
- Mäßige Konfidenz: In der grundlegenden Prognose des ECMWF/DWD für einen wärmer als durchschnittlichen saisonalen Mittelwert.
- Geringe bis mäßige Konfidenz: Im genauen Timing, der Position und der Dauer eines spezifischen blockierenden Hochdruckereignisses in hohen Breiten. Dies bleibt die größte Einzelunsicherheit in der Prognose.
Methodischer Vorbehalt: Es ist unerlässlich, die probabilistische Natur der saisonalen Vorhersage zu verstehen.30 Dieser Bericht skizziert die wahrscheinlichsten Verschiebungen der Wettermuster basierend auf dem aktuellen Zustand des globalen Klimasystems. Es handelt sich nicht um eine deterministische tägliche Wettervorhersage, sondern um eine Bewertung von Risiken und Wahrscheinlichkeiten über einen dreimonatigen Zeitraum. Interessengruppen sollten diese Informationen nutzen, um sich auf einen Winter mit hoher Variabilität und potenziellen Extremen vorzubereiten, anstatt auf eine einfach milde oder kalte Jahreszeit.
Referenzen
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- Quantifying forecast uncertainty – ECMWF, Zugriff am September 14, 2025, https://www.ecmwf.int/en/research/modelling-and-prediction/quantifying-forecast-uncertainty
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